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Frischer Wind von links!

Burgenland Dagmar Schindler über die AK-Wahl im Burgenland

Seit 7. Jänner 2014 ist es fix. Der GLB wird nach 30 Jahren wieder bei der Arbeiterkammerwahl im Burgenland antreten und sich um einen Platz in der burgenländischen Arbeiterkammer bewerben. Für den GLB werden Dagmar Schindler, Flüchtlingsberaterin aus Mörbisch am See und Christian Böcskei, Koch aus Winden am See antreten.

Nach ersten kleinen „ Missverständnissen“ betreffend der Unterlagen für die AK-Wahl und einer kleinen Nachhilfelektion über die Geschichte des GLB, konnten wir per 23. Dezember rund 350 Unterstützungserklärungen einreichen und somit unsere Kandidatur sichern.

Große Unzufriedenheit spürbar

Schon beim Sammeln der Unterstützungen wurde eine große Unzufriedenheit unter den Wahlberechtigten deutlich. Einen wirklichen Fokus auf die Probleme der burgenländischen Arbeitnehmer_innen kann man in den letzten Jahren leider nicht verfolgen.

Ein Brennpunkt liegt in den Beschäftigungsverhältnissen der Handelsangestellten. Hier gibt es, wie leider seit langem üblich, eine große Häufung von Teilzeitangestellten. Durch die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten und diversen „Shoppingevents“ wird hier, es handelt sich natürlich Großteils um weibliche Angestellte, eine Vereinbarung zwischen Kinder und Beruf nahezu unmöglich.

Auch die Entlohnung der „Mehrstunden“ sollte dringend zum Thema gemacht werden. Sittenwidrige Arbeitsverträge, gerade bei Arbeitnehmer_innen, aus den angrenzenden Nachbarländern kommen immer wieder vor. Ein klarer Beschluss der AK Burgenland im Sinne der ArbeitnehmerInnen, wie es z.B. in Wien bereits der Fall ist, lässt auf sich warten. Für viele Frauen aus der Region sind diese Arbeitsplätze die einzige Möglichkeit, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Hier fehlt im Burgenland eindeutig die kritische Stimme des GLB.

Mangelhafte Öffis

Als gutes Beispiel für die Kurzsichtigkeit der burgenländischen AK ist auch die ständige Verschlechterung des öffentlichen Verkehrsnetzes im Burgenland. Gerade für die südburgenländischen Pendler_innen kommt es zu ständigen Verschlechterungen. Wurden zuerst nur einzelne Busverbindungen in die Bezirksvororte eingestellt, kam es letztendlich zur Einstellung des Personenverkehrs zwischen Oberwart und Hartberg. Dadurch wurden die Südburgenländer_innen gezwungen auf den Bus umzusteigen, was nicht nur grobe Verschlechterung bei den Wegzeiten hat, sondern auch erhebliche finanzielle Mehrbelastungen.

Eine Anerkennung der ÖBB Vorteilskarte durch das (private) Busunternehmen Dr. Richard ist natürlich nicht gegeben. Mittlerweile wird schon über die Schließung weiterer Linien laut nachgedacht. Die „Lösung“ der burgenländischen Politik ist die Anmietung von günstigen Garagenplätzen in Wien, eine Unterstützung der Pendler_innen durch die AK in diesem Bereich ist leider nicht vorhanden. Das Austeilen von Zugplänen auf den wenigen verbliebenen Strecken ist eindeutig zu wenig.

Über Landesgrenzen hinweg

Dieses Problem betrifft aber nicht nur die Arbeitnehmer_innen, die über die Landesgrenzen pendeln, auch innerhalb des Burgenlandes ist eine Anfahrt zum Arbeitsplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln nahezu unmöglich. Dementsprechend wälzen sich tagtäglich die Blechlawinen und die Parkplätze werden zu einem raren Gut. Selbst in der Landeshauptstadt gibt es keinen vernünftigen innerstädtischen Verkehr. Als einzig, halbwegs gut erschlossene Region, kann der Bezirk Neusiedl am See angeführt werden.

Die größte Herausforderung bis zur AK-Wahl (Termin 31.3.-9.4.2014) wird darin bestehen, die burgenländischen Arbeitnehmer_innen von der Wichtigkeit ihrer Stimme zu überzeugen und die Wähler_innen zur Stimmabgabe zu motivieren. Der GLB-Burgenland wird am 7. März seinen Wahlkampf starten und die Arbeitnehmer_innen im Burgenland über ihre Rechte und Ansprüche informieren.

Dagmar Schindler ist Flüchtlingsbetreuerin bei der Diakonie