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Wahlhilfe von oben

Meinung Heike Fischer über Sozialpartnerschaft

Die Verzweiflung darüber, Vormachtstellungen auf Grund unverständlicher Parteipolitik aufgeben zu müssen, scheint unter Geschäfts- und Unternehmensführungen schon enorm zu sein. Bestes Beispiel dafür ist ein großer oberösterreichischer Sozialbetrieb. Anlässlich der AK-Wahl wurde dem Betriebsrat durch die Geschäftsführung schriftlich übermittelt, er möge doch dafür sorgen, dass die Wahlbeteiligung im Betrieb recht hoch ist, weil die AK eine Stütze, ein Service, ein Rechtsbeistand usw., na eh schon wissen, für alle ArbeitnehmerInnen ist. Danke für die Argumentationshilfe, liebe Geschäftsführung, das hätte der Betriebsrat sicher selbst nicht gewusst. Obwohl er in den ersten Wahltagen schon jede Menge roter Teebeutel zur Werbung für die AK-Wahl verschenkt hatte. Der Tee hat irgendwie nicht gewirkt, aber vielleicht tut es ja die Unterstützung der Geschäftsführung.

Der Betriebsrat, in diesem Fall ein gescheiter und folgsamer Herr, ergriff sofort die Initiative. Er versendete an alle Wahlberechtigten seines Sprengels eine E-Mail mit der Aufforderung, die Wahlmöglichkeit im Betrieb gefälligst zu nutzen und hängte zur Verstärkung und zur Unterstreichung, dass er nicht alleine steht und ernst genommen werden kann als Anhang noch das Schreiben der Geschäftsführung dazu. Ein wenig kreativ und eigenständig wollte er dann aber doch agieren. Damit auch ja alle ArbeitnehmerInnen ganz genau wissen was zu tun ist, erteilte er zusätzlich fett und rot gedruckt den Hinweis: FSG – Jede Stimme zählt!

Super, das nenn` ich sozialpartnerschaftlichen Gehorsam! Wie viele ArbeitnehmerInnen der Aufforderung des Betriebsrates in wirklich allen Punkten gefolgt sind, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.

Heike Fischer ist Sozialpädagogin und BRV im Zentrum Spattstraße Linz