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GLB fordert einen Mindestlohn von 1.300 Euro

News Als höchst aktuell sieht die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) ihre Forderung nach Schaffung eines Mindestlohns von 1.300 Euro brutto für Vollzeitarbeitsverhältnisse: „Angesichts der realen Einkommensverhältnisse in vielen Branchen, der schwachen Inlandsnachfrage durch seit Jahren stagnierende Löhne, der gestiegenen Produktivität und dem anhaltenden Teuerungsschub seit der Einführung des Euro ist diese Forderung gerechtfertigt“, meint GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger. Derzeit gibt es in 49 Branchen in Österreich Mindestlöhne unter tausend Euro brutto, in zwanzig davon sogar unter 900 Euro. Die niedrigsten Mindestlöhne gibt es für ZeitungszustellerInnen (670), SkilehrerInnen (683) und FußpflegerInnen (705). Laut der Lohnsteuerstatistik 2003 wurde für 1,81 von 5,78 Millionen Steuerpflichtigen ein Einkommen von unter 10.000 Euro im Jahr ausgewiesen, wobei der Großteil davon allerdings PensionistInnen sind.

In 18 der 25 EU-Staaten gibt es bereits gesetzlich festgelegte Mindestlöhne. Von vergleichbaren Ländern gibt es hingegen in Luxemburg (1.467 Euro), den Niederlanden (1.265), Belgien (1.210) und Großbritannien (1.197) solche Mindestlöhne. Österreich als viertreichstes Land der EU ist hingegen trotz seit Jahren anhaltender Diskussionen von Bundesregierung und Sozialpartnern noch weit von einem Mindestlohn von wenigstens tausend Euro entfernt.

Laut Wirtschaftskammer verdienten im Jahre 2003 zwischen 90.000 und 110.000 Vollzeitbeschäftigte weniger als tausend Euro im Monat. Inklusive jener Teilzeitbeschäftigten, die anteilsmäßig ebenfalls unter diesen Wert fallen, waren es rund 200.000 Beschäftigte. Bei Einreichung der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse verdienen sogar rund 600.000 Beschäftigte weniger als tausend Euro.

Laut Arbeiterkammer sank die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze von 1994 bis 2001 von 2,71 auf 2,64 Mio., hingegen stieg die Zahl der Teilzeitjobs von 372.000 auf 538.000. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der teilzeitbeschäftigten Frauen von 25,5 auf 34,9 Prozent, jener der Männer hingegen nur von 4,2 auf 4,8 Prozent. Verdienen Frauen im EU-Schnitt um 20 Prozent weniger als Männer, so beträgt diese Differenz in Österreich fast das Doppelte.