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Gewerkschaftsreise der ÖKG-Oberösterreich nach Kuba

OÖ Die zahlreichen Informationen und Erkenntnisse müssen erst richtig verarbeitet werden, aber bei allen Reiseteilnehmerinnen hat sich ein überaus positives Bild, das durchaus der Wirklichkeit entspricht, herauskristallisiert. Das zeigte sich auch bei der Präsentation, die Mitte Juni 2003 vor rund 200 - 250 interessierten Kolleginnen in der Arbeiterkammer Linz über die Bühne ging. Der positive Aspekt aber, und das interpretiert das Ergebnis am treffendsten, ist, dass sich mehr als die Hälfte der Gruppe an der nächsten „Containeraktion" aktiv beteiligen wird. Der zweite Teil des Projektes war die materielle, praktische Solidarität, ein Container mit vorwiegend medizinischem Inhalt. Nachdem aus einer vorangegangenen Spendenaktion für medizinische Geräte, Schulartikel und teuren Transport noch einiges Geld übrig geblieben war und bereits wiederum eine sehr großzügige Spende von fünf Paletten Operations- und Verbandmaterial eingetroffen war, überlegten wir, wie wir dieses Material nach Kuba transportieren könnten. Die Fluglinie lehnte es ab, dieses große Volumen als Freigepäck mitzunehmen; blieb also vorerst nur die ziemlich teure Möglichkeit, für die absolut neuen und vor allem sterilen Verbandmaterialien zu bezahlen. Ganz entfernt stellten wir Überlegungen an, einen Container zu mieten. Das günstigste Angebot fädelten die Betriebsräte von EZA Salzburg ein, rund 3.000 Euro mussten aufgebracht werden. Dieser Stand wurde mit den Kolleginnen bei den Reisevorbereitungen mit dem erfreulichem Ergebnis diskutiert, dass nahezu alle Gewerkschaftsschüler ihre zu Beginn des Kurses erlegte Kaution von ATS 1.000 zur Verfügung stellten; mit rund 15.000 Schilling war bereits fast der halbe Container finanziert.

Mit Hochdruck wurden nun Kolleginnen, Freundinnen, Genossinnen und ehemals Mitreisende angeschrieben - der Erfolg war über die Maßen erfreulich. Mit diesen Spenden und den von verschiedenen Betriebsratskörperschaften und Gewerkschaften kamen so viele Mittel zusammen, dass bereits ein weiterer Container finanziert ist, den wir noch im heurigem Jahr in Angriff nehmen werden.

Jetzt blieb nur noch die Aufgabe, den Container anzufüllen - ausschließlich mit hochwertigen Materialien. Um es kurz zu machen, zahlreiche Pharmabetriebe, Zahnarztausrüster, Ärzte, Apotheker, Computerfirmen und ein Bandagist stellten diese Güter kostenlos zur Verfügung, darunter ein Brutkasten für das Kinderspital, ein dringend benötigter Extensionstisch für Hüftoperationen, ein elektronisch gesteuerter Hebestuhl für Schwerstbehinderte und sehr teure Operationswerkzeuge. Der Warenwert belief sich auf ungefähr eine halbe Million Euro.

Das Einladen wurde zu einer eindrucksvollen Solidaritätsaktion -mehr als die Hälfte der Gruppe war daran beteiligt. Die Übergabe in Kuba war von einigen Schwierigkeiten gekennzeichnet, denn der Transport musste auf Grund der US-amerikanischen Blockade verschlungene und vor allem zeitintensive Wege nehmen.

Trotz allem konnte unsere Gruppe die Lagerhalle besuchen, die Vollständigkeit der Ladung überprüfen und sich mit den Kontrollmechanismen des ICAP vertraut machen; als zusätzliche Kontrolle, die zuverlässig verhindert, dass Solidaritätsgüter auf dem Schwarzmarkt verhökert werden, haben westdeutsche Solidaritätsgruppen eine sehr energische Kollegin vor Ort, die seit rund fünf Jahren die Verteilung der Spenden überwacht.

Abschließend möchte ich mich von Herzen bei allen Spenderinnen bedanken: ohne eure großzügige Solidarität wäre diese Aktion nicht möglich gewesen.

© Stefan Krenn