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Fakten sprechen eindeutig für kräftige Lohnerhöhungen

News Für einen offensiven Lohnkampf der Gewerkschaften in der traditionell von der Metallbranche eingeleiteten diesjährigen Herbstlohnrunde spricht sich die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) aus und verweist dazu auf einschlägige Fakten. Laut Angaben von Statistik Austria, Wifo und Metallindustrie deckten die Ist-Lohnabschlüsse der Metallindustrie seit 1991 – mit zwei Ausnahmen – zwar die Inflation ab, hingegen wurde den Beschäftigten – mit einer Ausnahme – der Produktivitätszuwachs durchgängig vorenthalten. Wie die oö Arbeiterkammer feststellt, stieg die Produktivität von 1994 bis 2004 um 17,1 Prozent, die Bruttoeinkommen aber nur um 5,5 Prozent, während die Nettoeinkommen sogar um 0,7 Prozent sanken.

Angesichts dieser Entwicklung verwundert es nicht, dass die Lohnquote – der Anteil der Löhne und Gehälter am Volkseinkommen – seit Ende der 70er Jahre laufend gesunken ist. Ebenso ist der Index der Löhne und Gehälter deutlich hinter dem Wachstum von Gewinnen und Selbständigeneinkommen zurückgeblieben.

Als Indiz für kräftige Lohn- und Gehaltserhöhungen sieht der GLB auch, dass die 37 besten der Wiener Börse notierenden Unternehmen ihre Gewinne von 2000 bis 2004 um 116 Prozent – davon allein im Vorjahr um 40 Prozent – gesteigert haben. Während die Managergehälter der börsennotierten Unternehmen 2004 durchschnittlich um zwölf Prozent stiegen, wuchsen die KV-Löhne nur um zwei Prozent. Laut Interessensverband der Anleger (IVA) kassieren die Vorstände der börsennotierten Unternehmen durchschnittlich 170.000 Euro (Spitzenreiter Erste Bank 11,7 Mio. Euro) und die Aufsichtsräte durchschnittlich 100.000 Euro (Spitzenreiter Uniqa 441.000 Euro).

Den Exporterfolgen der Industrie steht die Stagnation der Binnennachfrage durch gesunkene Kaufkraft und explodierende Preise – vor allem bei Energie und Wohnkosten – gegenüber: „Daher ist eine Stärkung der Massenkaufkraft durch kräftige Lohnerhöhungen – die sowohl Inflation als auch Produktivitätszuwachs abdecken – gerade bei der heurigen Lohnrunde geradezu ein Muss“, meint die GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger (BRV EXIT-sozial Linz). Die Herangehensweise der Gewerkschaft bei der Metall-Lohnrunde und deren Ergebnis ist dabei erfahrungsgemäß die Leitlinie auch für alle anderen Branchen sowie für den öffentlichen Dienst und auch für die PensionistInnen.

88 Prozent der ÖGB-Mitglieder haben bei der Urabstimmung im Jahre 2001 auf die Frage „Soll der ÖGB zur Durchsetzung seiner Forderungen in Verantwortung für die Zukunft unseres Landes und seiner Menschen notfalls auch gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen ergreifen?“ mit Ja geantwortet: „Die Gewerkschaften haben damit auch die entsprechende Rückendeckung für einen offensiven Lohnkampf im Herbst 2005“, so Antlanger abschließend.