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Privatunternehmer im Aufsichtsrat und externe Berater forcieren Arbeitsplatzvernichtung

News Als charakteristisch für die gezielte Zerstörung öffentlichen Eigentums durch die Regierung Schüssel bezeichnet die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) die Zustände bei den immer noch staatlichen ÖBB: „Der mit einem Verweis beendete Versuch die parteipolitische Umfärbung der ÖBB mit dem Fall Goldmann fortzusetzen hat Praktiken deutlich gemacht, die für ein öffentliches Unternehmen geradezu unerträglich sind“, meint Ernst Wieser, Bundessekretär des GLB in der Gewerkschaft der EisenbahnerInnen (GdE). Sowenig es tragbar ist, dass die Chefin der ÖBB Personenverkehrs AG Betriebsmittel und Personalressourcen für ihren privaten Verein Opernwerkstatt verwendet, so ist es ebenso unvereinbar, wenn Aufsichtsratspräsident Fredmund Malik „zufällig“ für ein Tochterunternehmen seines Managementzentrums einen Beratervertrag der ÖBB in Millionenhöhe erhalten hat.

Die Rechtfertigung Maliks dafür mit dem angeblichen „Missmanagement“ bei den ÖBB in früheren Jahren zeigt einmal mehr, mit welch abgehobener Arroganz solche Berater mit ihren Rezepten für die Arbeitsplatzvernichtung agieren und darauf läuft letztlich ihr ganzes Credo hinaus. Bekanntlich hat ÖBB-Chef Martin Huber – der bekanntlich die Bahn an die Börse bringen will – als Plan bis 2008 die Reduzierung der Arbeitsplätze von 46.000 auf 40.000 angekündigt. Laut Rechnungshof haben die ÖBB von 1999 bis 2004 nicht weniger als 90 Millionen Euro für externe Beraterkosten ausgegeben.

Dubiose Geschäfte sind offenbar in der „ÖBB neu“ üblich: So ist Hubers Gattin in der Immobilienentwicklung der Telekom Austria tätig, deren Vorstand Rudolf Fischer wiederum im ÖBB-Aufsichtsrat sitzt. Fischers Gattin wiederum arbeitet „zufällig“ in der ÖBB-Kommunikation.

Überhaupt ist die Besetzung der durch die Zersplitterung der ÖBB aufgeblähten Aufsichtsräte der staatlichen ÖBB mit Vertrauenspersonen privater Unternehmen grundsätzlich in Frage zu stellen: Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer, Kapsch-Boss Kari Kapsch und der Schweizer Management-Guru Fredmund Malik sind dort nach Meinung des GLB ebenso fehl am Platze wie diverse Günstlinge der FPÖ. Kamen die ÖBB vorher mit sieben Vorständen, elf Prokuristen und 22 Aufsichtsräten aus, gibt es jetzt 17 Vorstände, 21 Prokuristen und 57 Aufsichtsräte.

„Die Demontage der ÖBB hat mit der Ausgliederung aus dem Bundesbudget 1994 unter Regierungsverantwortung von SPÖ und ÖVP begonnen und erreichte mit der Zerstückelung in zahlreiche Teilgesellschaften unter dem Dach einer Holding durch die ÖVP/BZÖ-Regierung den bisherigen Höhepunkt“, so Wieser. Der GLB lehnt einen Börsegang entschieden ab und tritt im Gegensatz dazu zum Rückbau der ÖBB zu einem einheitlichen staatlichen Unternehmen ein.