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Post wurde großkoalitionär für private Eigentümer zugerichtet

News Als reine Alibihandlung bezeichnet die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) die Ausschreibung von vier Vorstandsposten der bereits teilprivatisierten Post AG in der „Wiener Zeitung“. Wie die Spatzen von den Dächern pfeifen, sollen nämlich die bisher amtierenden Vorstandsdirektoren wiederbestellt werden – als Anerkennung für ihre „Leistungen“ beim Börsengang des früheren Staatsunternehmens. Robert Hobek, Postsprecher des GLB und Personalvertreter am Postamt 1230 Wien bewertet dies zudem als Indiz für eine große Koalition, weil einträchtig „rote“ und „schwarze“ Chefs in ihrem Amt bestätigt werden sollen. Der wachsende Leistungsdruck für die Postbediensteten – der sich in zunehmenden Frust garniert mit Mobbing gegen nicht entsprechend konforme Beschäftigte Ausdruck findet – ist letztlich auch Ergebnis einer großkoalitionären Politik.

Hobek erinnert daran, dass die Ausgliederung der Post aus dem Budget im Jahre 1996 gemeinsam von SPÖ und ÖVP durchgeführt wurde. Von dort führt eine nahtlose Entwicklung bis zum Börsengang im Frühjahr 2006. Um die Post fit für die Börse zu machen, wurden seit 1996 rund 10.000 Post-Arbeitsplätze abgebaut, damit die Profite für die und privaten Eigentümer stimmen.

Den AktionärInnen der Post AG verspricht Generaldirektor Anton Wais für 2006 eine Dividende von 70 Millionen Euro, was einer Rendite von vier Prozent oder einem Euro pro Aktie entspricht. Im Gegenzug ist die Vernichtung von 850 weiteren Arbeitsplätzen vorgesehen. Im ersten Halbjahr wurde der Umsatz um drei Prozent auf 861,4 Millionen Euro gesteigert, während das Betriebsergebnis um satte 23,2 Prozent auf 67,3 Millionen Euro stieg.

Von 2000 bis 2006 wurde die Zahl der Postämter von 2.300 auf 1.338 fast halbiert. Die Verlängerung der Schonfrist für 47 derzeit noch bundesweit unter Beobachtung gestellte Postämter wurde bis Jahresende 2006 verlängert. Damit ist laut Postvorstand Herbert Götz das Thema Postamtsschließungen laut Mittelfristplanung bis 2009 erledigt. Eine weitere Zusperrwelle – und damit eine weitere Ausdünnung der regionalen Infrastruktur – in Folge ist allerdings nicht auszuschließen.