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Freitags leere Briefkästen

Meinung Drohender Personalabbau und brieflose Freitage lassen bei Postgewerkschaftern die Alarmglocken klingeln. Grund: Postler sollen nur mehr vier Tage in der Woche die Briefe zustellen. Wirbel um neue Postzustellzeiten! Wegen einer angedachten Vier-Tage-Woche für die Briefträger seitens des Vorstandes befürchten nun Postgewerkschafter einen massiven Personalabbau und zusätzlich einen brieflosen Freitag für die Konsumenten. "Schon jetzt machen die meisten unserer Kollegen viele Überstunden. Und nun sollen die Postler in vier Tagen auch noch ein zusätzliches Rayon betreuen. Für uns ist das ein Hammer, weil die Leute schon jetzt total überlastet sind", ärgert sich Manfred Wiedner, Bundesvorsitzender der FCG bei der Post AG. Auch die dabei angedachte rechtswidrige Entlohnung für diese Überstunden – die Arbeitsleistung werde als Stückgeld in Cent bezahlt und nicht in Form tatsächlich erbrachter Leistungen (etwas mehr als zwei Euro die Stunde) – werde man mit Garantie so nicht hinnehmen.

Und zwei steirische Postler, die gegen dieses Dienstzeitmodell geklagt hätten, habe man bereits mit einem "Golden Handshake" einfach aus dem Postdienst verabschiedet. "Das ist körperlich unmöglich zu schaffen. Damit wird auch die Freitagszustellung kippen, das ist weder für Bedienstete noch Konsumenten vertretbar", betont dazu der GLB-Kandidat und Grazer Gemeinderat Hubert Reiter.

Ganz anders die Stellungnahme der Österreichischen Post AG: "Die Aufregung ist umsonst", versucht Andreas Pachler, Pressesprecher für Steiermark und Kärnten, aufzuklären. "In der Universaldienstverordnung ist auch die Freitagszustellung verankert und das ist für uns bindend." Sie könne nur vom Gesetzgeber – vom zuständigen Ministerium – geändert werden. Und derzeit sei dieses Dienstmodell ohnehin kein Thema.

Der Grazer, 27. September 2006