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Die Lenzing AG ist längst kein österreichisches Unternehmen mehr

News Die einzige wirklich sinnvolle Variante, die Lenzing AG als österreichisches Unternehmen zu erhalten, wäre die Übernahme durch die ÖIAG als staatliches Unternehmen, meint die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) zur Debatte um einen Verkauf des namhaften Unternehmens: „Dies läge sowohl im Interesse der derzeit 4.836 Beschäftigten die Angst um ihre Arbeitsplätze haben als auch in Hinblick auf strukturpolitische Überlegungen“, meint GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger. Jene die sich jetzt so patriotisch gebärden wie LHStv. Erich Haider (SPÖ) oder LH Josef Pühringer (ÖVP) erinnert der GLB daran, dass das derzeit zur 87,88 Prozent zur B&C Holding gehörende Unternehmen (der Rest ist Streubesitz) seit dem Verkauf der BA-CA, ohnehin schon längst kein wirklich österreichisches Unternehmen mehr ist. Die politische Verantwortung dafür trägt die SPÖ-Mehrheit der Stadt Wien, welche die BA-CA im Jahre 2000 an die deutsche Hypo-Vereinsbank verkaufte, die wiederum vom italienischen Bankkonzern UniCredit übernommen wurde.

In der B&C Holding sind die Industriebeteiligungen der BA-CA geparkt, die 2005 bei einem Umsatz von 1,56 Milliarden Euro einen Gewinn von 134,7 Millionen Euro brachten. Neben der Lenzing AG sind dies der Baukonzern Porr (37,74 Prozent), die Semperit Holding (54,01 Prozent) und die Lotto-Toto-Holding (30,52 Prozent).

UniCredit bzw. HypoVereinsbank planen angeblich den Verkauf der als „nicht zum Kerngeschäft“ gehörenden Industriebeteiligungen an einen Hedgefonds. Die Begierde diverser Investoren an der Lenzing liegt angesichts der Kennzahlen des Unternehmens – im ersten Halbjahr 2006 stieg der Umsatz auf 533,5 Millionen und der Gewinn auf 50,4 Millionen Euro – auf der Hand, wie auch ein Anstieg der Aktienkurses um 30 Prozent zeigt.

Skeptisch ist der GLB zur Rolle des Industriellen und ehemaligen SPÖ-Finanzministers Hannes Androsch als Retter der Lenzing AG und erinnert dabei an die großspurigen Versprechen die Androsch und sein Partner Raiffeisen-Boss Scharinger bei der Übernahme der Salinen AG für das Salzkammergut gemacht und nicht eingehalten haben.