„Der ÖGB ist nach diesem Kongress auf dem Papier neu. Es liegt in den Händen der neuen Führung, im täglichen Leben Erneuerung zu zeigen. Einige Aussagen auf dem Kongress selbst stimmen einen aber sehr skeptisch“. Das sagte der steirische AK-Rat Peter Scherz (Gewerkschaftlicher Linksblock). Peter Scherz hat als Delegierter am ÖGB-Bundeskongress teilgenommen. Peter Scherz: „Das Programm der Regierung Gusenbauer-Molterer hätte vom ÖGB eigentlich mit einem Aufschrei beantwortet werden sollen. Die Pensionsreform mit ihren Verschlechterungen wird nicht in Frage gestellt. Dabei hatte der ÖGB dagegen gestreikt. Auch die Durchlöcherung der Schutzbestimmungen für Lehrlinge wird von der Führung des Gewerkschaftsbundes hingenommen, obwohl es auf der Tagung selbst einige kritische Auftritte von Delegierten gegeben hat.

Eine Abkehr von der Sozialpartnerschaft ist in weite Ferne gerückt. Die Zusammenarbeit mit Regierung und Unternehmern steht im Vordergrund. Dabei wäre im Zeitalter des weltweiten Sozialabbaus und der sogenannten Globalisierung eine konsequente Gewerkschaftsbewegung notwendiger denn je“.

Der linke Gewerkschafter drückte die Sorge aus, dass auch im ÖGB die „Kleinen“ die angekündigten Einsparungen und Zusammenlegungen von Geschäftsstellen am stärksten spüren werden.