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Einzige Nutznießer verlängerter Ladenöffnungszeiten sind Handelskonzerne

News Entschieden abgelehnt wird von der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten von 66 auf 72 Stunden, für welche nunmehr eine Sozialpartner-Einigung als Grundlage für die Regierung erfolgte. die nunmehr entsprechend dem rotschwarzen Koalitionsabkommen umgesetzt werden soll. Künftig sollen Geschäfte von Montag bis Freitag von sechs bis 21 Uhr, an Samstagen bis 18 Uhr, maximal aber 72 Stunden wöchentlich offenhalten können: „Diese Maßnahme geht sowohl zu Lasten der Beschäftigten im Handel – vor allem sind dies Frauen die vielfach nur per Teilzeit, geringfügig oder auf Abruf beschäftigt sind – aber auch auf Kosten der kleinen Nahversorger“, kritisiert GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger.

Einziger Nutznießer einer solchen Maßnahmen sind einmal mehr die großen Handelskonzerne, die durch den Wildwuchs ihrer Filialen und der großen Einkaufszentren die gewachsende Infrastruktur der Nahversorgung gezielt zerstören. Da die Kaufkraft durch seit Jahren stagnierende Reallöhne und Pensionen nicht größer geworden ist, führt eine Ausweitung der Öffnungszeiten nur zu einer Umverteilung von den kleinen zu den großen Handelsunternehmen.

Scharf kritisiert Antlanger, daß sich die Gewerkschaftsführung abermals auf einen faulen Kuhhandel eingelassen hat: „So wie schon bei der Verlängerung der täglichen Arbeitszeit auf zehn bzw. zwölf Stunden werden auch mit der Ausweitung der Ladenöffnungszeiten die Interessen der Beschäftigten durch eine konzertierte Aktion von Wirtschaftskammer und Gewerkschaftsführung geopfert“, kritisiert Antlanger. Es ist bezeichnend, dass unter einem SPÖ-Bundeskanzler Gusenbauer jetzt Verschlechterungen Verschlechterungen für viele Frauen im Handel erfolgen, die ÖVP-Langzeit-Minister Bartenstein während der sieben Jahre schwarzblau/oranger Regierung nicht durchsetzen konnte.

Die Realität im Handel sind geringe Entlohnung, unregelmäßige Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit, ungenügende Kinderbetreuung und fehlende Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Die Ausweitung bis 21 Uhr ist auch verkehrspolitisch kontraproduktiv, da um diese Zeit die öffentlichen Verkehrsmittel nur mehr sporadisch verkehren und daher der Individualverkehr noch mehr verstärkt wird.

„Anstatt die Öffnungszeiten noch weiter auszudehnen müssten im Handel mehr Vollzeitarbeitsplätze geschaffen und die Entlohnung verbessert werden“, fordert Antlanger. Auch müssten die großen Einkaufszentren verpflichtet werden Betriebskindergärten einzurichten und durch Parkplatzabgabe zur Finanzierung des öffentlichen Verkehrs beizutragen.

Auch wenn eine Sonntags- oder durchgehende Nachtöffnung derzeit in Abrede gestellt wird, werden die seit Jahren diesbezüglich vorhandenen Vorstöße der Extremliberalisierer wie etwa des SPÖ-Abgeordneten Alexander Zach als Sprachrohr der Handelskonzerne weitergehen, befürchtet der GLB. Mit der Forderung nach einem Einkaufen rund um die Uhr geht es aber auch darum einen jederzeit verfügbaren „Homo Konsumiensis“ zu schaffen, weil letztlich auch die Bereitschaft zum Arbeiten rund um die Uhr verbunden ist. Mit der vielzitierten Lebensqualität hat das freilich nichts zu tun.

Der GLB fordert die GewerkschafterInnen im Parlament – es sind dies Renate Csörgits, Wilhelm Haberzettl, Dietmar Keck, Hermann Krist, Josef Muchitsch, Fritz Neugebauer, Sabine Oberhauser, Franz Riepl, Walter Schopf und Rainer Wimmer als Nationalratsabgeordnete sowie Erich Gumplmaier, Roswitha Bachner, Peter Florianschütz und Harald Reisenberger als Bundesratsmitglieder – auf, der Ausweitung der Ladenöffnungszeiten wegen der damit verbundenen negativen Auswirkungen auf die Beschäftigten die Zustimmung zu verweigern.