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Jonischkeit (GLB): „Fauler Kompromiss auf Kosten der Beschäftigten“

News Als „faulen Kompromiss auf Kosten der Handelsangestellten“ bezeichnet Oliver Jonischkeit, GLB-Bundessekretär im ÖGB, die Einigung der „Sozialpartner“ über die Novelle des Öffnungszeitengesetzes. Während auch auf Gewerkschaftstagen der GPA-DJP immer wieder Anträge auf Arbeitszeitverkürzung beschlossen werden, sieht die Realität leider ganz anders aus, wie die Zustimmung der Gewerkschaft zur Verlängerung der Öffnungszeiten zeigt. Auch wenn davon die Rede ist, dass Angestellte Arbeit nach 21 Uhr ablehnen können, zeigt die praktische Erfahrung jedes Mal am 8. Dezember, wie es um die „Freiwilligkeit“ bestellt ist. Auch die Regelung, dass auf Betriebsebene die Übernahme von Kinderbetreuungskosten vereinbart werden kann (!), betrifft nur einen Teil der Handelsangestellten, von denen viele in kleinen Geschäften arbeiten, in denen es keinen Betriebsrat gibt, der das verhandeln könnte.

Interessant wird auch sein, wie viele der im Handel vorwiegend als Teilzeitbeschäftigte arbeitende jemals den ihnen zustehenden Mehrarbeitszuschlag bekommen werden. Und anstatt massiv gegen spätabendliche „Verkaufsevents“ zu kämpfen, wurden diese mit dem Event-KV nun sang- und klanglos akzeptiert. Im Gegensatz zum stv. Geschäftsführer der GPA-DJP Karl Proyer hält die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) diesen Kompromiss keineswegs für vertretbar.

Als nächstes steht wohl der freie Sonntag zur Diskussion, immerhin wird bereits überlegt, während der EM an Sonntagen, an denen gespielt wird, in den jeweiligen Spielorten eine Öffnung der Geschäfte zu ermöglichen. Damit wäre die Büchse der Pandora geöffnet und der arbeitsfreie Sonntag im Handel über kurz oder lang Geschichte. Auf weitere Verschlechterungen für die Angestellten freut sich auch schon der Handelsverband, in dem große Handelsketten organisiert sind – dieser spricht bereits davon, dass der nun erzielte Kompromiss nur ein Zwischenschritt zu weiterer Liberalisierung sein kann.