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GLB trauert um Rudolf Zeidler

Wien Unser Kollege Rudolf Zeidler - viele Jahre Betriebsratsobmann bzw. Betriebsrat in der Raffinerie Schwechat - ist am 27. Mai 2007 nach kurzer Krankheit im 86. Lebensjahr von uns gegangen. Rudolf Zeidler wurde 1922 in einer kinderreichen Arbeiterfamilie geboren und musste schon früh zum Familienunterhalt beitragen, denn sein Vater hatte sich, von der Sozialdemokratie enttäuscht, 1934 der KPÖ zugewendet und fand in diesen schweren Zeiten allein schon aus politischen Gründen keine Arbeit. Auch Rudolf Zeidler musste sich, ohne eine Lehre antreten zu können, als Hilfsarbeiter durchschlagen. Mit 17 Jahren trat er der damals illegalen KPÖ bei. Sein Vater musste sechs Jahre im Konzentrationslager verbringen. 1942 zur deutschen Wehrmacht eingezogen, geriet Zeidler 1943 in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Erst 1947 zurückgekehrt, stellte er sich sogleich der gewerkschaftlichen und politischen Arbeit zur Verfügung. 1949 trat er in die SMV-Raffinerie in Vösendorf ein. Überstellt in den Baubetrieb der neuen Raffinerie, wurde Rudolf Zeidler zum ersten Mal zum Betriebsratsobmann gewählt. Nach der Eingliederung in die Raffinerie Schwechat fungierte er zwei Funktionsperioden als Betriebsratsobmann-Stellvertreter und dann noch drei Perioden als Obmann.

Nicht nur in der FÖJ und in der KPÖ hat Zeidler viele Jahre maßgeblich – in der Bezirksleitung Mödling und in der Landesleitung NÖ – mitgewirkt. Er war Mitglied der Zentralen Leitung und der Leitung der Chemiearbeiter der Gewerkschaftlichen Einheit, später des Gewerkschaftlichen Linksblocks, Obmann der Ortsgruppe Chemie im Schwechater Bezirksausschuss des ÖGB, Mitglied der NÖ Landesexekutive des ÖGB und Versichertenvertreter in der NÖ Gebietskrankenkasse.

Rudolf Zeidler erfreute sich wegen seines aufrechten Eintretens für die Interessen der Arbeiterschaft großer Beliebtheit. In den 33 Jahren, die er in der OMV (vormals SMV) arbeitete, setzte er sich unermüdlich für gute Löhne und höhere Sozialleistungen ein. Auch Vertreter anderer politischer Parteien bzw. anderer Gewerkschaftsfraktionen mussten anerkennen, dass er immer als „Motor“ inmitten seiner Kolleginnen und Kollegen – und darüber hinaus – wirkte.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, vor allem seiner Gattin Theresia. Wir werden Kollegen Rudolf Zeidler stets ein ehrendes Andenken bewahren. Der Verstorbene wurde am 5. Juni 2007 im Familiengrab bestattet.

GLB-Bundesleitung