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Kampagne Play Fair 2008

International Die Sommerspiele in Peking könnten die profitabelsten seit Beginn der Olympischen Spiele werden. Ebenso erwarten sich Sportbekleidungshersteller durch die Euro 2008 massive Gewinne. Keine Gewinne haben die ArbeiterInnen, die weltweit Sportbekleidung und Merchandising-Artikel für Olympia und Euro 2008 produzieren, zu erwarten. Im Gegenteil, die ArbeiterInnen, die Sportbekleidung und Merchandising-Artikel für die sportlichen Großevents herstellen, kommen durch die nahenden Sportevents noch mehr unter Druck, wie der Play Fair 2008 Report zeigt: „Wir sind so erschöpft, weil wir versuchen, die Olympia-Taschen rechtzeitig fertig zu bekommen! Wir arbeiten alle bis spät abends. Und am nächsten Tag sind wir trotzdem um 7:30 Uhr wieder bei der Arbeit! Was ist das denn für ein Leben? Zur Hölle mit den Olympia-Sachen“, beschreibt eine Arbeiterin der chinesischen Fabrik Eagle Leather Products ihren Alltag. Trotz dieses Arbeitspensums bekommen die ArbeiterInnen, die diese Taschen herstellen, nur 2,4 Euro am Tag. Zu wenig, um ein menschenwürdiges Leben führen zu können.

Ausbeuterische Arbeitsbedingungen findet man aber nicht nur in China. Ebenso ergeht es den ArbeiterInnen in der aufstrebenden Fußballindustrie in Jalandhar, Indien oder den Näherinnen von T-Shirts in Bangladesch. „Play Fair 2008 setzt sich für existenzsichernde Löhne ein. Denn nur eine gerecht bezahlte Arbeit erlaubt es den Menschen langfristig aus dem Armutskreislauf auszubrechen“, erklärt der Geschäftsführer der Volkshilfe Österreich, Erich Fenninger.

ArbeiterInnen, die versuchen sich zu organisieren, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern, droht die Entlassung. „Fair Play darf nicht nur im Sport gelten, sondern das Internationale Olympische Komitee muss auch für Fair Play in den Betrieben, die mit den Olympischen Spielen sehr viel Geld verdienen, sorgen! Und zu Fair Play gehört vor allem auch die Möglichkeit zur Organisierung in unabhängigen Gewerkschaften.“, stellt Monika Kemperle, Leitende Sekretärin des ÖGB, klar.

Sportinstitutionen, wie das Internationale Olympische Komitee (IOC), die durch Sponsoren- und Lizenzverträge großen Einfluss haben, sollten deutlich mehr Verantwortung für die Arbeitsbedingungen der Branche zeigen. „Das IOC sollte nicht nur gegen den unfairen Wettkampf im Sport auftreten, sondern sich auch für mehr Fairness für die Arbeiterinnen und Arbeiter einsetzen.“, fordert Vera Lischka Ex-Schwimmeuropameisterin, die sich für Play Fair 2008 engagiert.

Die Umsätze der führenden Sportbekleidungshersteller sind in den letzten vier Jahren um bis zu 250 Prozent gestiegen. „Für die Arbeiterinnen und Arbeiter hat sich nicht viel verbessert. Lange Arbeitszeiten, Hungerlöhne und gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen prägen noch immer ihren Alltag.“ klagt Michaela Königshofer, Koordinatorin der Clean Clothes Kampagne.

Die Kampagne Play Fair 2008 tritt gegen die weltweite Ausbeutung von ArbeiterInnen in der Sportbekleidungsindustrie auf und fordert Sportinstitutionen wie das Internationale Olympische Komitee und alle Unternehmen auf, sofortige Schritte für die Verbesserung der Lage der ArbeiterInnen zu setzen.

„Die ArbeiterInnen in China, Bangladesch und Indien brauchen die Stimmen der europäischen KonsumentInnen für faire Arbeitsbedingungen in der Sportbekleidungsindustrie. Setzen Sie sich mit uns für Play Fair 2008 ein!“ appelliert Königshofer abschließend.

KonsumentInnen die Play Fair 2008 unterstützen möchten: senden ein SMS mit dem Text „Play Fair“ und ihrem Namen an 0699 115 33 137, senden ein E-Mail von www.cleanclothes.at/playfair oder sammeln Unterschriften für die Play Fair 2008 Petition (Download unter www.cleanclothes.at/playfair). Die Kampagne Play Fair 2008 wird von zahlreichen PolitikerInnen, Prominenten und SportlerInnen unterstützt.

Infos: www.cleanclothes.at