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Arbeitsbedingungen in den Freihandelszonen Sri Lankas

International In Wien weilte kürzlich Srinath Perera, Rechtsanwalt und Gewerkschaftsaktivist aus Sri Lanka (im Bild Mitte). Oliver Jonischkeit führte mit Kollegen Perera ein Gespräch über die Arbeitsbedingungen in dem asiatischen Land. Srinath Perera ist Rechtsanwalt und setzt sich seit vielen Jahren für die Menschenrechte in Sri Lanka ein.

Er ist ständiger Rechtsvertreter und Aktivist der „Freihandels- und allgemeine Dienstleistungsarbeiterinnengewerkschaft“, die vor allem junge TextilarbeiterInnen in Freihandelszonen und Sweatshops organisiert. Da Konzerne immer wieder glauben, sie seien auch vom Arbeitsrecht Sri Lankas befreit, vertritt er häufig ArbeiterInnen und Gewerkschaftsmitglieder vor Gericht. Srinath Perera gehört weiters dem „Free Trade Union Centers“ an, ein kleiner linker Dachverband, in dem singhalesische, tamilische und moslemische Kolleginnen und Kollegen organisiert sind.

Die Textilindustrie ist im ganzen Land zu finden, es gibt aber drei große Zentren – Katumayaka, Biyagama und das in der Nähe der Hauptstadt Colombo gelegene Koggala. In Sri Lanka gibt es eine starke linke Bewegung, Gewerkschaften und, wie schon erwähnt, ein Arbeitsrecht. Letzteres gilt, jedenfalls auf dem Papier, auch in den Freihandelszonen – die Realität freilich ist eine andere. Gewerkschaften sind dort beispielsweise unerwünscht, die Zonen dürfen nur mit einer speziellen Erlaubnis betreten werden.

Die Löhne der vorwiegend jungen ArbeiterInnen, meist 18 – 25 Jahre alt, reichen kaum zum Überleben, bis zu 15 Stunden täglich wird gearbeitet, um die von den Multis vorgegebenen Ziele zu erreichen. Damit sie nicht abgelenkt werden, sind Hochzeiten unerwünscht, Kinder ebenso - wenn auch gesetzlich nicht verboten. Kündigungsfristen wie bei uns gibt es nicht, täglich können KollegInnen davon betroffen sein.

Wer auf sein Recht besteht und einklagt, hat daher in der Regel keine Möglichkeit, an seinen früheren Arbeitsplatz zurück zu kehren. Streiks sind in Sri Lanka erlaubt – zuletzt gab es 1980 einen großen Generalstreik. Jedoch kommt es oft vor, dass jene Betriebe und Konzerne, in denen gestreikt werden soll, zum Gericht gehen, um ein konkretes Streikverbot im jeweiligen Anlassfall zu erwirken.

In Sri Lanka gibt es das Prinzip der Betriebsgewerkschaften – mindestens sieben KollegInnen sind notwendig, um eine Gewerkschaft zu gründen. So gibt es in jeder Branche viele Gewerkschaften, die sich in den Dachverbänden der Gewerkschaften zusammenschließen – alleine davon gibt es zwölf. Viele davon stehen einer der politischen Parteien Sri Lankas nahe.

Um den Kontakt zwischen den Dachverbänden zu halten und, soweit das möglich ist, gemeinsame Strategien zu entwickeln, wurde das „Council of Unions“ gebildet. Etliche der Dachverbände sind im „sozialpartnerschaftlich“ orientierten Internat. Gewerkschaftsbund vertreten, die „All Ceylon Trade Union Federation“ gehört zu jenen, die die „Sozialpartnerschaft“ nicht für geeignet hält, die Arbeitsbedingungen in Sri Lanka zu verbessern und gehört daher dem Weltgewerkschaftsbund an.

Mehr Informationen zu Sri Lanka in englischer Sprache gibt es auf der Homepage der „All Ceylon Trade Union Federation“ unter folgender Adresse: http://www.unions.lk