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BAWAG – Hausbank des ÖGB ?

Aktionen Mit einer Flugblattaktion beim BAWAG/ÖGB-Empfang am 17. April 2008 stellte der GLB neuerlich die Rolle der BAWAG-PSK als Hausbank des ÖGB in Frage. Bei dieser Jubelveranstaltung durften oder mussten ausgewählte Betriebsräte wie Abraham (OMV), Pfister (AUA) und – wenig überraschend – die ZBRV der BAWAG sowie Vertreter der BAWAG und ÖGB-Chef Hundstorfer erzählen wie super die Zusammenarbeit mit der BAWAG funktioniert. Hundstorfer: „Beide brauchen Wachstum, der ÖGB bei den Mitgliedern, die BAWAG bei der Bilanz. Moderator Peter Rapp kündigte den „Topstar des Abends“, Mr. Roberts, seines Zeichens Generaldirektor der BAWAG-PSK an, der betonte, das Gerücht, auch die BAWAG könnte dereinst verkauft werden, sei Volkssport in Österreich. Cerberus richtet die Zimmer des Hauses BAWAG neu ein und wir wissen alle, wie viel Liebe und Arbeit bei der Einrichtung eines Hauses steckt. Auch bei einem in Aussicht gestellten Gewinn will man so etwas nicht verkaufen... - ansonsten hält er es mit Mahatma Gandhi. Immerhin machte das Flugblatt des GLB vor allem die BAWAG-Verantwortlichen nervös. Nachstehend der Wortlaut des Flugblattes:

BAWAG – Hausbank des ÖGB ?

Wodurch unterscheidet sich eigentlich die „neue“ BAWAG von anderen Banken? Warum sollte sie für GewerkschafterInnen interessanter sein als andere? Diese Fragen stellen wir vom Gewerkschaftlichen Linksblock im ÖGB und sind gespannt, ob wir heute darauf eine Antwort erhalten

Nach dem BAWAG-Desaster mit seinen finanziellen Folgen für den ÖGB wurde die BAWAG gegen die Stimme des GLB verkauft, ausgerechnet der US-Investmentfonds Cerberus erhielt den Zuschlag. Die damalige Regierung konnte durch eine Bundeshaftung den ÖGB demütigen – Schüssel, Khol, Grasser und Haider eröffneten demonstrativ Sparbücher bei der BAWAG. Der ÖGB sah sich dafür gezwungen, gegen die Stimmen des Linksblocks und der UG, seine Anteile an der Nationalbank zu verkaufen.

Nach dem Verkauf an Cerberus – aber noch unter dem Eigentümer ÖGB – wurden vor ca. einem Jahr die Konten von KubanerInnen vom BAWAG-Vorstand gekündigt und hat damit voreilig US-amerikanische Bestimmungen angewendet, obwohl diese bei uns nicht gelten und menschenrechtswidrig sind, da niemand aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Nation benachteiligt werden darf.

Wer ist eigentlich der neue BAWAG-Eigentümer Cerberus, der angeblich so ein großes Herz für den ÖGB und die BetriebsrätInnen hat? Cerberus ist ein Investmentfonds, dem es vor allem darum geht, selbst ein gutes Geschäft zu machen. Wenn der kurzfristige Ausbau der BAWAG zu seinem Nutzen ist, um in den neuen EU-Ländern zu Banken zu kommen, wird er das machen. Wenn es an der Zeit ist, Teile der Bank oder die ganze zu einem guten Preis loszuwerden, wird er das machen. Hauptsache, die Kassa stimmt. Die österreichischen Arbeitsplätze werden in den Entscheidungen keine Rolle spielen.

Jetzt verkauft die BAWAG die slowakische Istrobanka an eine belgische Großbank, warum sollte Cerberus dereinst nicht auch die BAWAG verscherbeln?

Neue Probleme der alten Art – nämlich fehlgeschlagene Wertpapierspekulationen – beschäftigen nach wie vor die BAWAG, der Druck auf die Beschäftigten nimmt weiter zu.

Im Vorjahr wurden bereits 300 Stellen abgebaut – angeblich sollen weitere 700 Jobs bis zum geplanten Börsegang 2012 eingespart werden. Die Kosten-Ertrags-Relation soll von 87,7 Prozent auf unter 60 Prozent sinken, KollegInnen aus dem Back-Office in den Außendienst geschickt werden.

Uns interessiert auch, warum der ÖGB so sehr an der weiteren Partnerschaft mit der BAWAG interessiert ist und welche Gründe es dafür gibt. Wir sind schon auf die Antworten gespannt…