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Hoher Ölpreis als Anlass für Umorientierung im Berufsverkehr

News Der Ölpreis hat mittlerweile die Rekordmarke von 120 Dollar pro Barrel Rohöl übersprungen, mittelfristig wird ein Anstieg auf 150 bis 200 Dollar für möglich gehalten. Die seit Ende 2006 um mehr als 20 Prozent gestiegenen und weiter steigenden Preise für Benzin und Diesel müssten ein Anlass für eine grundlegende Umorientierung im Berufsverkehr sein, meint die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB). „Anstelle einer Pendlerpauschale und Pendlerbeihilfen, mit welchen das Wachstum des Autoverkehrs begünstigt wird, müsste die Freifahrt zur und von der Arbeitsstelle treten“, meint GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger. Eine solche Freifahrt wäre aus den ständig wachsenden Einnahmen aus der Mineralölsteuer, den derzeit für Pendlerpauschalen und -beihilfen aufgewendeten Mitteln sowie einer Abgabe der Unternehmen für den Berufsverkehr finanzierbar.

Der Anteil der PendlerInnen an den Berufstätigen stieg von 19 Prozent (1961) auf 51 Prozent (2001) kontinuierlich an. Die Statistik Austria erfasst derzeit 1,64 Millionen Tages- und 0,18 Millionen WochenpendlerInnen. In Summe haben somit rund 1,8 Millionen Berufstätige ihren Arbeitsplatz nicht in ihrer Wohngemeinde, wobei die Wegzeit auch für BinnenpendlerInnen in Großstädten wie Wien oft länger ist als für EinpendlerInnen aus anderen Gemeinden.

Derzeit müssen laut Arbeiterkammer Berufstätige oft 15 bis 20 Prozent ihres Nettoeinkommens für die von den Unternehmen immer stärker verlangte berufliche Mobilität aufwenden, was angesichts rapide steigender Aufwendungen für das Auto zunehmend auf Kosten anderer wichtiger Ausgaben geht. Außerdem sind Pendlerpauschale und Pendlerbeihilfen derzeit so bemessen, dass BezieherInnen niedriger Einkommen davon wenig oder gar nichts haben. Die Arbeiterkammer hatte daher wiederholt zumindest eine entfernungsabhängige Pendlerpauschale verlangt.

Mit einer solchen Orientierung könnte eine Abkehr von der einseitigen Orientierung auf das Erdöl erfolgen und auch Scheinlösungen etwa durch vermehrten Einsatz von Biosprit – dessen Produktion auf Kosten der Lebensmittelversorgung geht wie jetzt deutlich wird – vermieden werden. Gleichzeitig würde damit aber auch eine sinnvolle Lenkung bzw. Begrenzung der Mobilität gefördert.