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Post: Zerschlagung wird fortgesetzt

Wien Robert Hobek bei der Übergabe der GLB-Petition gegen die Zerschlagung der Post im November 2005 an den damaligen Nationalratspräsidenten Andreas Khol.

Robert Hobek, Vorsitzender des GLB-Post und VPA-Vorsitzender des Postamtes Wien-Liesing, wurde auf der Wiener Landesberatung des GLB einstimmig zum Spitzenkandidaten für die kommenden AK-Wahlen gewählt. Unter anderem sind es auch die Zustände bei der Post AG, die zeigen, wie notwendig es ist, dass mit dem Gewerkschaftlichen Linksblock auch künftig eine Fraktion in der Arbeiterkammer vertreten ist, die sich ausschließlich an den Interessen der AK Mitglieder orientiert - und nicht an einer Sozialpartnerschaft mit den Unternehmern.

Management weiter auf Zerschlagungskurs

Schon jetzt ist es so, dass ZustellerInnen der Post unter der Arbeitslast leiden, die ihnen täglich aufgebürdet wird. Entsprechend steigen die Krankenstände – auch hier leiden bereits Beschäftigte unter dem Burn-out-Syndrom, sind also ausgebrannt, wie die Postgewerkschaft feststellt. Ein Hohn für die Beschäftigten ist es, wenn die Zeitung „Österreich“ aufgrund des Angebots eines RaucherInnen-Entwöhnungsprogramms als besonders gesundheitsfördernden Betrieb bezeichnet.

Jene, die in Jobcenter abgeschoben wurden und dort gezwungen sind, die Zeit tot zu schlagen, können ebenso nicht darüber lachen wie ZustellerInnen, deren Betreuungsgebiete immer größer werden oder Beschäftigte am Schalter, die als erste den Unmut von Kundinnen und Kunden zu spüren bekommen, die dank des Personalabbauprogramms der Post an einem der noch vorhandenen Postämter Schlange stehen. Offensichtlich haben die bestens bezahlten Manager auch vergessen, etwaige Krankenstände und Urlaube bei ihrer Personalplanung zu berücksichtigen. Da loben sie sich lieber selbst bzw. vergessen ihre eigenen Zusagen.

Schließungen gehen weiter

Post-General Wais meinte noch im August, es seien keine weiteren Schließungen von Postämtern geplant. Nur drei Monate später, unmittelbar nach der Nationalratswahl, sieht es plötzlich ganz anders aus, ist die Katze aus dem Sack: allein in Graz (bisher 29 Postämter) sollen fünf geschlossen, zwei weitere zusammengelegt werden. Da von den verbleibenden ganze sechs ausgebaut bzw. modernisiert werden sollen, jubelt Post-Sprecher Pachler bereits in der „Kleinen Zeitung“, dass Graz damit eine der modernsten postalischen Städte Österreichs wird. Nach seiner Ansicht sind wahrscheinlich jene Gemeinden, die bereits kein Postamt und keine lästigen Kunden mehr haben, besonders modern…

Wien ist nicht anders – hier pfeifen es bereits die Spatzen von den Dächern Liesings, dass die Schließung des Postamtes 1233 in der Breitenfurter Straße unmittelbar bevorsteht. Hier hat der GLB eine Unterschriftenaktion zur Rettung des Postamtes gestartet und erwartet auch von der Bezirksvertretung Liesings, sich für den Erhalt des Postamtes einzusetzen.

BAWAG involviert?

Als Post-Generaldirektor Wais noch im August meinte, er denke an keine weiteren Schließungen von Postämtern, kommentierte er dies im „Standard“ vom 28.8. so: Cerberus wird sich irgendwann von der BAWAG trennen. Der Wert der BAWAG soll (durch die Schließung von Postämtern und damit auch von BAWAG/PSK-Filialen) nicht verkleinert werden. Der Post-Vertragspartner BAWAG habe ein Mitspracherecht bei der Schließung (Eröffnung) von Postämtern. Es wird also höchste Zeit, dass die Postgewerkschaft endlich aufwacht – solange es die Post noch gibt…