Von Peter Scherz, GLB-Betriebsrat bei Magna-Steyr in Graz und GLB-Arbeiterkammerrat Steiermark

Über den Abschluss bei den Lohnverhandlungen für die Metallbranche brauchen wir uns nicht zu freuen. Fair wären meiner Meinung nach fünf Prozent gewesen. Doch die Unternehmerseite setzte absichtlich auf Verzögerungstaktik. Die täglich neu über uns hereinprasselnden Hiobsbotschaften der sich anbahnenden Wirtschaftskrise sollten uns zermürben. Die Gewerkschaft war vor diesem Hintergrund nicht überzeugt, dass man mit Streiks mehr erreichen könne, also musste sie dem Kompromiss zustimmen. Offen ist, ob dieses Taktieren der Wirtschaft tatsächlich etwas gebracht hat. Schließlich rechnen die Wirtschaftsforscher mit einem Rückgang der Exporte. Umso mehr Bedeutung kommt daher der Kaufkraft im Inland zu. Sinkt diese, hat auch die Wirtschaft nichts davon.

Den Banken hat die Regierung großzügig unter die Arme gegriffen. Ein Konjunkturpaket für die Wirtschaft kann zumindest als Trostpflaster für die Beschäftigten durchgehen, wenn dadurch die Kündigungswelle eingedämmt wird. Doch davon abgesehen sollte die Politik kreativ werden und Vorschläge machen, die auch den kleinen Leuten etwas bringen. Doch danach sieht es nicht aus. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass jetzt ausgetestet wird, wie weit man die Arbeiter/innen noch auspressen kann. „Ein bissl was geht noch”, scheint hier das Motto von Politik und Wirtschaft zu sein.