Von Werner Beier, Stv. GLB-Bundesvorsitzender

Die 1957 gegründete AUA war ursprünglich voll im Staatsbesitz. 1988 erfolgte unter der rotschwarzen Regierung ein erster Börsegang mit 25 Prozent. In der Folge stieg der Streubesitz auf 48,02 Prozent und die restlichen 42,75 Prozent ÖIAG-Anteil stehen nun politisch abgesegnet zum Geschenk bereit. Wohin der Flug der AUA führt, ist klar: Die Gremien von ÖIAG und AUA sind von Lobbyisten des deutschen Kapitals durchsetzt und sie machen erfolgreich Druck für den Verkauf der AUA an die Lufthansa. Österreich vollzieht den nächsten „Anschluss“ an das Konzernsyndikat um die Finanzgiganten Deutsche Bank und Allianz-Konzern/Dresdner Bank. Unvergessen in diesem Zusammenhang die Verschleuderung der VA-Tech 2005 an Siemens im Graubereich der Bestimmungen des ÖIAG-Gesetzes und des Privatisierungsauftrags der Bundesregierung. Unvergessen auch der nach anfänglichen Protesten erfolgte Kniefall von Politik und ÖGB, der sich bei der AUA als Farce zu wiederholen scheint: Keine Rede mehr von 25 Prozent Sperrminorität in österreichischer Hand, Standortsicherung oder Arbeitsplatzgarantien wie noch im Wahlkampfherbst 2008. Verstummt ist auch der peinliche Sozialpartnerjubel anlässlich der geplanten Vollprivatisierung.

Was bleibt ist ein scheidender AUA-Vorstandschef Walter Ötsch – seine Vorarbeit als ehemaliger Siemens-Mann ist schließlich getan – mit Millionenabfertigung und ein „Tal der Tränen“ für die Beschäftigten. Weitflächige Arbeitsplatzvernichtung, Einkommensverlust, Rationalisierungsdruck, Zukunftsangst und Flexibilisierung im negativsten Sinne ist bereits Programm!

Bedeutende Teile der AUA-Belegschaft sind in der VIDA organisiert und es stellt sich die Frage, wo sind die Reaktionen, ja wo bleibt das entschiedene Auftreten des ÖGB? Sozialpläne ausarbeiten und Achselzucken ist jedenfalls zu wenig für eine Kampforganisation der arbeitenden Menschen und ein trauriges Signal für deren Willen und Fähigkeiten.

Der GLB-VIDA stellt sich entschieden gegen den wohlgeschmierten Ausverkauf Österreichs. Wir fordern als vordringlichste Maßnahme die Entfernung von ÖIAG- Aufsichtsratschef (und Siemens-Urgestein) Peter Michaelis – aktuell sehr umtriebig bei der Postverschleuderung engagiert – und die sofortige Umwandlung der ÖIAG von einer Privatisierungs- in eine Beteiligungsgesellschaft.