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Stutenbiss und Zickenkrieg

Meinung Von Lilian Stadler

Wer weiblich ist und widerspricht, aufbegehrt oder sich nicht alles gefallen lässt wird neuerdings gerne der „Stutenbissigkeit“ geziehen. „Zickenkriege“ werden geführt, wenn’s mal lauter zugeht, als der Chef erlaubt. Dass Sprache männlich dominiert ist, lässt sich nicht nur an der langjährigen Weigerung weiblicher Formen im Sprachgebrauch festmachen, sondern auch in diskriminierenden Ausdrucksformen für weibliche Charaktere. So wurden um 1900 die Vorkämpferinnen für die Gleichberechtigung der Frauen auf politischem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet, die Suffragetten, als „Blaustrümpfe“ denunziert. „Emanzen“ wird auch heute noch gerne als Schimpfwort gebraucht – auch wenn diese es angeblich waren, die Ferrero-Waldner als Bundespräsidentin verhindern konnten. Und nicht zu vergessen die mehr als entbehrlichen Blondinenwitze.

Doch zurück zu den bissigen Stuten und Zicken: Widerspenstigkeit, Widerständigkeit ist allemal besser als nur als armes „Mauerblümchen“ oder „graues Mäuschen“ im Hintergrund zu bleiben. Denn: Wer sich nicht wehrt lebt verkehrt.

Lilian Stadler ist GLB-Aktivistin in Wien