Swarovski Wattens geht nach den im Jahr 2008 erfolgten 750 Kündigungen und 200 Nichtnachbesetzungen pensionierter KollegInnen und den kürzlich 150 gekündigten Frauen und Männern weiterhin das "sogenannte Krisengespenst" um: "Sitzung auf Sitzung bei der Geschäftsleitung, Sitzung auf Sitzung beim Betriebsrat lassen bei den übriggebliebenen Beschäftigten kein Vertrauen aufkommen, dass das Ende der Fahnenstange schon erreicht sei", erklärte heute Josef Stingl, Tiroler AK-Wahl-Spitzenkandidat des Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB). Diese Ängste seien nicht unberechtigt, nur die Wirtschaftskrise sei der falsche Schuldige, so der GLB-Sprecher, denn Swarovski würde gerade in Tschechien und China billigere Produktionsstätten erschließen lassen. Zwecks Flurbereinigung wird daher bereits hinter vorgehaltener Hand von weiteren 600 Kündigungen gemunkelt. Die gerade abgewickelten 150 Kündigungen waren nur ein Versuchballon, damit wollte man schauen, wie weit man sich aus einer eigenen Arbeitsstiftung entziehen kann, und damit einen Teil der Kündigungskosten an die öffentliche Hand abschieben kann, bewertet Stingl die Kündigungs-Salamitaktik.

"Fiona mit Karl-Heinz konnten am Opernball fröhlich flirten und tanzten, für sie und ihren verwandtschaftlichen Wattener Geldadel ging diese Rechnung voll auf. Mit der Aufnahme in die Landesarbeitsstiftung wurde ein sechsstelliger Eurobetrag erspart, als Dank bekommen Platter & Co weitere 600 Kündigungen präsentiert und Swarovski & Co sparen sich dabei nochmals eine halbe Milliarde Euro. Für sie der Profit, für Allgemeinheit die Kosten", so der Linksgewerkschafter erbost.

Er fordert Land, Gemeinde, Gewerkschaft, Arbeitskammer und Betriebsrat auf, nicht weiter den Kopf vor dieser erzkapitalistischen Profitgier in den Sand zu stecken: "Stopp aller öffentlichen Förderungen und Arbeitskampf gegen die Kündigungen! Keine Angst, schlimmer kanns ohnehin nicht mehr werden", so Stingl abschließend.