"Die derzeitigen Rahmenbedingungen zu ignorieren, w√§re unternehmerisch unverantwortlich." Mit dieser Erkl√§rung begr√ľndete gestern Markus Langes-Swarovski die weiteren K√ľndigungswellen im Jahr 2009 und 2010 bei Swarovski Wattens. Die Antwort auf seine Verantwortung gegen√ľber den tausenden Swarovski-Besch√§ftigten blieb er allerdings schuldig kommentierte der Tiroler Sprecher des Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB) Josef Stingl die weiteren Massenk√ľndigungen.
Bei der Swarovski-Gesch√§ftsf√ľhrung bezweifle er aber ohnehin jede soziale, aber wirtschaftliche Kompetenz. Vertauensw√ľrdige Unternehmensplanung, wenn immer wieder in Zweimonatsschritten der Besch√§ftigtenstand neu √ľberdacht werden muss? Und bei genauen Nachrechnen fielen noch weitere Ungereimheiten auf: 2008 wurden 750 Menschen zur K√ľndigung angemeldet, heuer im J√§nner 150 und bis Jahresende nochmals 600, ergibt zusammen 1500.

Diese vom mit Jahres Beginn 2008 angegebenen Besch√§ftigtenstand von 6700 MitarbeiterInnen abgezogen ergibt 5200. Herr Langes-Swarovki sprach gestern nur mehr von 5000 Besch√§ftigten bis Ende 2009. Zum R√§tseln dieser fehlenden 200 Besch√§ftigten l√§sst Langes-Swarovski aber keine Zeit, er k√ľndigt schon die n√§chste K√ľndigungswelle f√ľr 2010 an. Weitere 500 Frauen und M√§nner sollen im n√§chsten Jahr ihren Arbeitsplatz abschreiben k√∂nnen.

Und der Besch√§ftigungsstand so auf 4000 reduziert werden, kontert Stingl zynisch. Aber die Betroffenen m√ľssten eben Verst√§ndnis zeigen, irgendwie m√ľssten ja die Standorte Tschechien und China finanziert und auch ausgelastet werden: "Und wo k√§men wir da hin, wenn dies die Swarovski-Family aus ihrer `bescheidenen¬ī Privatschatulle bezahlen m√ľsste? Weiterhin diesem erzkapitalistischen Schei√ü mehr oder minder zu zu applaudieren?" stellt Stingl die Frage in Richtung Gemeinde, Land, AK und Gewerkschaft

Er jedenfalls h√§tte schon lange die Schnauze voll, dass immer wieder die Besch√§ftigten und die breite Masse der SteuerzahlerInnen, die Standortverlagerungen in Billiglohnl√§ndern auch noch selbst bezahlen m√ľssen. Stingl fordert in diesem Zusammenhang nicht nur Arbeitsstiftung und Sozialpl√§ne, sondern auch Widerstand durch eine k√§mpferische Gewerkschaft und Steuerungsma√ünahmen der √∂ffentlichen Hand ein, um den Dagobert Ducks unseres Landes das Geldbaden in ihren √ľbervollen Speichern zu vermiesen".

"Wir werden auf jeden Fall, auch jetzt nach der AK-Wahl, mit diversen Aktionen (werden rechtzeitig bekanntgegeben) die Swarovski-Clan-Gewinnoptimierungspl√§ne nicht ohne Widerstand hinnehmen", k√ľndigt abschlie√üend Josef Stingl zivilen Ungehorsamkeit an.