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Bahnfahren ist lustig, Bahnfahren macht Spaß...

Tirol Tirol darf sich freuen, mit wenigen Ausnahmen dürfen im heurigen Sommer das zweite Mal alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren wieder die Bus- und Bahnlinien kostenlos nutzen. Die Ausnahme, Fernzüge, die Fahrradzüge zwischen Lienz und Innichen und die regionalen Nightliner. Nach der Disco im Nightliner, manchmal angeheitert, aber sicher Nachhause zu kommen muss den Jugendlichen, bzw. ihren Erziehungsberechtigen eben etwas wert sein, ist des in der Landesregierung für den Nahverkehr zuständigen Referenten, Landesrat Anton Steixners (ÖVP) „sozialer“ Ansatz. „Etwas (mehr) wert sein“ muss aber in Zukunft auch den fleißigsten BahnfahrerInnen der Europäischen Union, den ÖsterreicherInnen, ihre „Bewegungsfreiheit“ von A nach B. Die ÖBB hat mit 1. Juli 2009 ihre Fahrkartenpreise um rund fünf Prozent erhöht. Laut Statistik Austria sind die ÖBB-Tarife damit seit 1997 um 76,41 Prozent gestiegen, der Benzinpreis nur um 60,8 Prozent.

Und dieser Luxus, obwohl Frau/Mann ihre Stauzeiten oft bequemer - klimatisiert und musikberieselt - im eigenen Auto alleine absitzen könnten, als sich bei der Bahn über doch vorkommende desolate und überfüllte Zuggarnituren ärgern zu müssen. Nicht zu vergessen ist, dass diese abermalte Tariferhöhung gerade für die ÖBB-StammkundInnen, den tausenden PendlerInnen ein falsches Signal ist. Sie haben ohnehin schon mit den Auswirkungen der Krise zu kämpfen, und wegen Kurzarbeit weniger Geld im Börsel. Außerdem opfern sie ihre Freizeit, für oft ungewollt lange An- und Abfahrtzeiten zu ihrem Arbeitsplatz.

Tirol darf sich aber auch über den neuen Railjet freuen. Wer nach Wien muss, kann sich jetzt über ein paar Minuten kürzere Fahrzeit freuen - aber nur wenn er/sie in St. Anton, Landeck, oder Innsbruck zu Hause ist. Ab Dezember 2009 soll diese Verbindung in Tirol nur mehr in jenen Orten Station machen, bis dahin ausnahmsweise auch noch in Wörgl. Die Anderen, die Ötztalerinnen, die ImstInnen, die JenbacherInnen, die KufsteinerInnen,… müssen eben in Regionalzügen anreisen, möglicherweise ein Stück in die falsche Richtung fahren, ihre Zeit dafür aufbringen und dafür noch die Mehrkosten selbst tragen.

"Wie wäre es mit der Aussetzung der Tariferhöhung und einem Nulltarif für PendlerInnen als Konzept gegen "individuelle" Mobilität auf der Straße", fragt der Tiroler Sprecher des Gewerkschaftlichen Linksblock, Josef Stingl.