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Soziale Lücken durch unproduktive Familienmitglieder?

Tirol Von Josef Stingl

„Der Prozess der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund besteht aus Annäherung, gegenseitiger Auseinandersetzung, Kommunikation, Finden von Gemeinsamkeiten, Feststellen von Unterschieden und der Übernahme gemeinschaftlicher Verantwortung zwischen Zugewanderten und anwesender Mehrheitsbevölkerung. Im Gegensatz zur Assimilation (völlige Anpassung), verlangt Integration nicht die Aufgabe der eigenen kulturellen Identität“, beschriebt Wikipedia den Unterschied zwischen Integration und Assimilation. Trotzdem verwechseln unsere Regierungsparteien ÖVP und SPÖ gerne beide Begriffe: Zuwanderung - ja, aber nur wenn sie integrationswillig sind, deutsch lernen und sich an uns anpassen. Im Prinzip nichts anderes als die FPÖ-Slogans „Patriotismus (Nationalismus) statt Islamismus“ oder „Glockenklang statt Muezzingesang“.

Nur Strache & Co. gehen noch weiter: Bei ihrer Oktober-Nationalratssondersitzung orteten sie „soziale Lücken“ im System und bezeichneten in ihrer Dringlichen Anfrage an Sozialminister Hundstorfer die Migranten-Mütter und -Kinder als „unproduktive Familienmitglieder“.

Berechtigterweise vermerkten die Grünen, dass gleiche „unproduktiven“, aber inländischen, Familienmitglieder von der FPÖ immer wieder hochgehoben würden, wenn es um AusländerInnen geht, sind sie überflüssig. Das ist Rassismus pur! Der Sozialminister meinte, dass die „Integration“ nicht überall perfekt funktioniere, aber Österreich Zuwanderung brauche, „um unser Sozialsystem aufrechtzuerhalten“. Diese Argumentation ist ebenfalls rassistisch, denn die ZuwanderInnen werden damit auf die Sozialfinanzmittel-BeschaffungssklavInnen für die „inländische Herrenrasse“ reduziert.

Josef Stingl ist Koch und Betriebsrat in Innsbruck und , Stv. GLB-Bundesvorsitzender