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Es ist nie zu spät, selbst zu handeln!

GPF Ist einmal das Postamt geschlossen, oder an einen „derweiligen Postpartner“ vergeben, sind schon alle Dämme gebrochen und es kann Generationen dauern, bis nach der Überwindung dieses Neoliberalen Politikkonzeptes, wieder Strukturen mühsam aufgebaut worden sind, bezahlt natürlich von den Steuerzahler/Innen, wenn das noch möglich ist. Da von ehemals 2.486 Postämtern nur mehr 1.300 Postämter in Betrieb sind, bleibt nicht mehr viel Zeit, sich der Liberalismusfurie entgegenzustellen. Gleichzeitig wurde der Personalstand um 27,5 % auf 25.764 Mitarbeiter/Innen gesenkt, wovon ein Teil jener in gesetzeswidrigen Dreimonatsverträgen über Jahre hinweg die Rute im Fenster hat, nicht weiterbeschäftigt zu werden, ohne Kündigungsschutz oder sonstigen arbeitsrechtlichen Schutz. Durch solche arbeitnehmer- und kundenfeindliche Maßnahmen sind die Dividendenausschüttungen seit der Teilprivatisierung vervierfacht worden. Im "sozial"partnerschaftlichen Einvernehmen sind vor kurzem die Kollektivvertragslöhne für die NeueinsteigerInnen um ein Drittel abgesenkt worden. Für den einen "Sozial"partner stimmt der Gewinn, für den anderen reichen offensichtlich die Posten und das "Wichtig genommen werden".

Die Beschwichtigungsreden der EU-hörigen Minister und Entscheidungsträger sind unerträglich, da die Erfahrung zeigt, alles was versprochen wurde von mehr Transparenz, größerer Kundenfreundlichkeit durch motiviertes Personal, billigere Tarife durch mehr Markt, flexibleres Handling durch ausgedehnte Zustellpraxis stellt genau genommen die maximale Ausbeutung der Arbeitnehmer/Innen zugunsten der Kapitalvertreter und zum Schaden der KundInnen dar. Dass es ein Vorteil sein soll, sein Paket in einem bis zu 40 Kilometer entfernten Stützpunkt des Zustellers abholen zu müssen, bei Frachttarifen, die für Privatnützer absurd hoch sind, zeigt den Hohn, den die dafür Verantwortlichen über uns ausschütten.

Mein Postamt - wenige hundert Meter von meinem Wohnsitz entfernt und sehr gut frequentiert - steht auf einer Liste der zu schließenden Postämter. Dies wird mit dem Argument heruntergespielt, dass es nicht kostenneutral sei und nach der Schließung sowieso ein Postpartner dessen Aufgaben übernehmen soll. Allein die Tatsache, dass ca. ein Drittel der sogenannten Postpartner nach relativ kurzer Zeit wieder das „lukrative Zusatzgeschäft“ aufhören und sich dann eine Versorgungsbrache vor uns auftut, nicht nur in den Gemeinden am Land, nein auch in den Städten, wird Postamt um Postamt zugesperrt und Postkasten um Postkasten abmontiert, was das Zeug hält. Und was passiert nach längerer Zeit? Soll es uns erst bewusst werden, was es heißt öffentliche Dienstleister zu zerschlagen, wenn die Versorgung immer weiter ausgedünnt wird oder nicht mehr leistbar ist?

In meiner Heimatgemeinde hat die Nachricht des geplanten zusperren des Postamtes vielen Menschen plötzlich klar gemacht, dass es alle Gemeinden und Stadtteile treffen kann - und seinen sie noch so wohlhabend oder von noch so sprachkräftigen Bürgermeister/Innen vertreten. Es reifte die Erkenntnis, dass wir uns nicht auf die verlassen können, welche Beschwichtigungsreden vornehmlich in den Abendnachrichten schwingen und nach jeder Wahl dann trotzdem tun, was die Kapitalvertreter wollen.

Wir schritten zur Tat und schrieben unseren Willen, das Postamt und seine Dienste zu erhalten, auf Tafeln und machten davon ein schönes Foto <http://www.werkstatt.or.at/index.php?option=com_content&task=view&id=203&Itemid=64>; . Solche möchten wir auch von Ihnen sammeln und auf unsere Webpage stellen als Beweis dafür, dass es sehr viele Menschen in diesem Land gibt, welche der Dienste von öffentlichen Dienstleister benötigen, in diesem Fall der Post. Weiters sammeln wir in unserem Ort Unterschriften von Bewohner/Innen gegen das Zusperren des Postamtes und werden mit diesen Versuchen öffentlichen Druck auf Minister und Regierung auszuüben um die Schließungen zu verhindern.

Schober Rudi (Gemeinderat Ottensheim)

Quelle: www.werkstatt.or.at