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Kampagne gegen Pfusch als Druckmittel gegen Lohnabhängige

News Die Zunahme der Schwarzarbeit 2009 auf 20,5 Milliarden Euro nach 19,9 Milliarden Euro 2008 ist nach Meinung der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) stagnierenden Einkommen und den Auswirkungen der Wirtschaftskrise geschuldet. Laut der vom Linzer Universitätsprofessor Friedrich Schneider vorgelegten aktuellen Studie rangiert Österreich mit einem Anteil der Schwarzarbeit von 8,5 Prozent aber weit unter dem OECD-Durchschnitt von 13,8 Prozent. Spitzenreiter sind Griechenland (25 Prozent), Italien (22), Schweden (15,4), Finnland (14,2), niedriger als in Österreich ist die Schwarzarbeit in der Schweiz (8,3) und den USA (7,6). „Schneiders offensichtlich im Interesse von WKO und Industriellenvereinigung erstellte Studie leidet allerdings unter einer fundamentalen Schwäche“ kritisiert GLB-Bundesvorsitzende Karin Antlanger: Der für seine Studien vom Fließband bekannte universitäre „Handwerksbursche“ Schneider unterscheidet nämlich nicht zwischen Schwarzarbeit im privaten Bereich – etwa als Nachbarschaftshilfe bei Häuslbauern oder dem stundenweise Einsatz von Reinigungskräften – einerseits und der systematischen illegalen Beschäftigung von Arbeitskräften durch Unternehmen unterscheidet.

„Das Lamento über den zunehmenden Pfusch dient damit ganz offensichtlich einzig und allein dazu, Druck auf Lohnabhängige auszuüben um die auffallende Toleranz gegenüber illegaler Beschäftigung zu vertuschen“, so Antlanger. Da Studien über Schwarzarbeit regelmäßig mit dem Jammern über zu hohe Steuern und Sozialabgaben verbunden sind wird auch die Stoßrichtung zur Senkung von Unternehmenssteuern und Lohnnebenkosten deutlich. Der sinkende Anteil der Bevölkerung die Schwarzarbeit als Kavaliersdelikt sehen von 63 Prozent (2006) auf 41 Prozent (2008) zeigt freilich wie mit dem Thema Pfusch systematisch Politik gemacht wird.

Dankenswerterweise hat Schneider gleichzeitig auch das Ausmaß der Korruption untersucht und festgestellt, dass in Österreich heuer durch Korruption rund 24 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung verlorengehen nach 23 Milliarden 2008. Eine Reduzierung auf das Niveau der Schweiz würde für Österreichs Volkswirtschaft ein Plus von vier Milliarden Euro bringen.

Der GLB wendet sich gegen die von Kapitalseite mit recht durchsichtigen Motiven betriebene Dramatisierung des Pfusches und tritt für eine klare Unterscheidung zwischen Schwarzunternehmertum und Nachbarschaftshilfe ein. Während erstere vor allem die Notlage illegal in Österreich befindlicher AusländerInnen mißbraucht um Extraprofite zu erzielen gehört zweiteres seit jeher zum Bestandteil der Volkswirtschaft und ist Teil der Wertschöpfung.