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GLB deckt Skandal bei Wiener Linien auf

younion Von Roman Böhm-Raffay

Nach dem derzeitigen Stand der Erhebungen erhärtet sich der Verdacht, dass ein Obermeister (es gilt die Unschuldsvermutung) der Wiener Linien jahrelang weibliche Bedienstete sexuell belästigte. Nachdem sich die Opfer hilfesuchend an uns gewendet haben, agierte der GLB so wie es im Gesetz vorgesehen ist und auch der Fürsorgepflicht entspricht: Wenn KollegInnen mit Vorwürfen, egal welcher Art, an uns heran treten, sind wir verpflichtet, darauf zu reagieren und nicht wegzusehen, wie manch andere. Aus Angst, teilweise weil sie gegen Vorgesetzte vorgehen müssen und den Job verlieren könnten oder weil sie auch befürchten unglaubwürdig zu erscheinen, scheuen viele Opfer davor zurück den Täter anzuzeigen.

Eine Bedienstete aber hatte den Mut diesen Weg zu gehen. Um die Kollegin zu schützen, wurden sie von der GLB-Sekretärin Doris Grössinger und unserem Anwalt Dr. Scherbaum betreut – und sie gab teils zutiefst erschreckende Details zu Protokoll.

Suspendierung ausgesprochen

Die betreffenden Beweise wurden über unseren Rechtsanwalt der Personalabteilung übergeben, Zeugen einvernommen und die P21 sprach aufgrund der Unterlagen eine Suspendierung aus. Kurze Zeit später wurde der GLB jedoch darüber informiert, dass der betreffende Obermeister weiter seinen Dienst versah, und das anscheinend mit Zustimmung des Personalbüros.

In meiner Funktion als Vorsitzender des GLB-Gemeindebedienstete, informierte ich daraufhin die Stadtwerke Holding, und stellte klar, was man im Allgemeinen unter einer Suspendierung versteht: Der GLB verlangte ein sofortiges Einschreiten, was auch von OS Dr. Erwin Blazek (Vorstandsbereich Wiener Linien) zugesagt wurde. Mittlerweile haben die Wiener Linien reagiert und ein Dienststellenverbot wurde ausgesprochen.

Anzumerken ist natürlich auch noch, dass bei jedem „kleinen“ Bediensteten bei Verdachtsmomenten sofort Suspendierungen bzw. Disziplinarstrafen ausgesprochen werden und man da nicht erst bei der Stadtwerke Holding urgieren muss.

Mittlerweile fanden die ersten Einvernahmen statt. Auf Verlangen des GLB wurde die betroffene Kollegin nicht in der Direktion einvernommen, sondern, da ihr psychischer Zustand sehr bedenklich war, beim Arzt ihres Vertrauens und selbstverständlich in meinem Beisein.

GLB und Wiener Linien erstatten Anzeige

Nachdem der stellvertretende GLB-Vorsitzende Gerhard Eder Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet hatte, wurde nun auch von den Wiener Linien Anzeige erstattet. Auch bei den Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft wurde die Bedienstete vom GLB betreut. Nach dem tragischen Freitod einer Bediensteten der Wiener Linien besteht nun der Verdacht, dass der Auslöser dafür ebenfalls sexuelle Belästigung war, auch dazu finden derzeit Einvernahmen statt.

Der GLB verlangte neben einer rücksichtslosen Aufklärung auch eine möglichst schonende Behandlung der Betroffenen, die eine externe psychologische Betreuung und eine Übernahme aller Kosten einschließt, dies wurde vom Dienstgeber zugesagt.

Hervorzuheben ist in dieser Causa die vorbildliche Vorgangsweise von OS Dr. Blazek (Holding): Hier wurde schnell, korrekt und vorbildlich zum Schutze der Betroffenen reagiert, so wie es der Gesetzgeber im Sinne der Fürsorgepflicht vorsieht.

Roman Böhm-Raffay ist Betriebsrat der Wiener Linien und Vorsitzender des GLB/GdG-KMSfB