GLB
Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB)

So geschehen im SMZ-Ost

GdG-KMSfB Von Doris Grössinger

Das ewige Leid der kleinen Fraktionen ist es, vor jeder Personalvertretungs- und Gewerkschaftswahl im Magistrat Wien die für eine Kandidatur nötigen Unterstützungsunterschriften zu sammeln um überhaupt bei der Wahl antreten zu können.

Die Hürde ist sehr hoch, denn gerade im Krankenanstaltenverbund (KAV) werden 234 Unterschriften von Gewerkschaftsmitgliedern benötigt, was sich immer als sehr schwierig gestaltet, da leider sehr viele KollegInnen aus Enttäuschung oder Protest aus der Gewerkschaft ausgetreten sind.

Aber nicht nur diese Austritte machen es mühsam die erforderlichen Unterschriften zu bringen, sondern noch mehr die Boshaftigkeit und Hinterhältigkeit mancher Vorgesetzter und die der ansässigen dominierenden FSG-GewerkschafterInnen.

Eigentlich müsste man das, was sich da so abspielt, gewohnt sein, aber es passieren dann doch immer wieder Situationen, worüber man nur mehr den Kopf schütteln kann. So wie am Freitag, den 26. März 2010 im SMZ-Ost.

Drohung von Vorgesetzten

Ich war mit einer Kollegin in diesem Krankenhaus unterwegs um einen kleinen Teil der erforderlichen Unterstützungsunterschriften zu sammeln. Wir waren schon eine ganze Weile im Haus unterwegs und hatten auch schon von vielen KollegInnen eine Unterschrift bekommen, als wir vor drei Hausarbeiterinnen standen und auch sie um eine solche baten.

Was wir dann zu hören bekamen, erinnerte mich stark an längst vergangene Zeiten: Die drei Hausarbeiterinnen meinten nämlich, sie würden uns ja gerne unterstützen, aber sie hätten Angst. Denn es habe einen Rundruf der Vorarbeiterin gegeben, dass unter Androhung von Konsequenzen keine Unterschrift geleistet werden darf.

Überhaupt ist die Situation der Hausarbeiterinnen im SMZ-Ost eine sehr bedenkliche. Die Frauen haben alle Angst vor der Aufseherin, da die angedrohten Konsequenzen sehr mannigfaltig aussehen können: Urlaube werden nicht bewilligt, Strafversetzung als Springerin mit äußerst unregelmäßigen Diensten, Mobbing usw. um nur einige Beispiele zu nennen.

Armutszeugnis für Führungskraft

Ja, man kann da sehr erfinderisch sein, um sich den notwenigen Respekt zu verschaffen, wobei es eher ein Armutszeugnis für eine Führungskraft ist, sich auf so eine Art und Weise behaupten zu müssen. Von Mitarbeiterführung hat diese Frau anscheinend keine Ahnung, denn Angst und Schrecken zu verbreiten um sich den notwenigen Respekt zu verschaffen, das kann es nicht sein was eine Führungskraft ausmacht, diese Tatsache muss endlich einmal hinterfragt werden.

Wie auch immer, nachdem ich das von den Hausarbeiterinnen hörte, spürte ich förmlich wie der Ärger in mir hoch kroch und ich suchte unverzüglich die Vorarbeiterin auf, die diesen Rundruf getätigt hatte. Leider, war sie plötzlich verschwunden und so sprach ich die Aufseherin, die ja die Vorgesetzte der Vorarbeiterin war, auf diesen Vorfall an.

Diese meinte – hochrot im Gesicht – dass wir hier im Haus gar nicht Unterschriften sammeln dürften und das dies der Gewerkschafter (FSG) gesagt hätte. Ich meinte, sie dürfte sich gerne im Wahlbüro der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten erkundigen, dass diese Vorgangsweise durchaus üblich ist. Weiters sagte ich ihr noch, dass es eine Frechheit ist, MitarbeiterInnen die eine Unterstützungsunterschrift leisten wollen zu bedrohen und sie möge doch bitte der Vorarbeiterin ausrichten, dass es dafür Konsequenzen, in diesem Fall eine Disziplinaranzeige, geben würde. Der GLB kann eine so massive Unterdrückung von Kolleginnen nicht einfach hinnehmen und wird sich gegen solche Methoden zur Wehr setzen.

Doris Grössinger ist politische Sekretärin des GLB-GdG

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