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Sieben auf einen Streich...

Tirol Von Josef Stingl, BR Lamerer Stuben Innsbruck, Vorsitzender GLBvida

Erster Streich: Eine PSK-Dienstleistung notwendig? Kein Problem auf jedem Postamt möglich!

Da die PSK an die BAWAG, und die wiederum an CERBERUS, den „US-Höllenhund" regelrecht verscherbelt wurde, besteht damit ein bis 2012 gültiger "Kooperationsvertrag". CERBERUS zahlt der Post dafür jährlich knapp über 90 Mio. Euro. - Und dieser Betrag ist der Post laut Presseberichten zu wenig („Neue Presse“/4. Mai 2010) Zweiter Streich: 350 Postämter sollen bis Mitte 2012 in BAWAG-Bankfilialen umgewandelt werden:

Ein selbständiger Vermögensverwalter und Kreditvermittler, der ausschließlich BAWAG-Produkte verkaufen darf .Dazu ein Angestellter, zuständig für interne Geschäftsabwicklungen, als Substitut für eine gültige Banklizenz.

Dritter Streich: Es bedarf keines bösen Hintergedankens, um annehmen zu können, dass die betroffenen Postämter schrittweise in PSK/BAWAG-Postpartner-Shops umgewandelt werden.

Das Anbieten der Postdienstleistungen stellt "nebenbei "natürlich einen Kostenfaktor dar, den diese US-Boys selbstverständlich keineswegs tragen wollen! Und so leisten sie ohne weitere Schamgefühle bei den betroffenen Gemeinden ihre Überzeugungsarbeit für verschiedene Arten der „Unterstützung“. („Der Standard“/4. Mai 2010)

So zeigt das Beispiel der Gemeinde Schiefling deutlich diesen beschriebenen Weg:

„Nach langen Verhandlungen“, so Bürgermeister Happe, „wird eine PSK-BAWAG-Filiale in den Posträumlichkeiten eröffnen und Postpartner werden. Ich glaube, dass sich die Dienstleistung in Schiefling so noch verbessert“. („Kleine Zeitung“/3. Mai 2010 )

Vierter Streich: Das eigentliche „Bankpartner-Pilotprojekt“ startet ab Mai 2010 an diesen ausgewählten Standorten:

9535 Schiefling am See, 8762 Oberzeiring, 8152 Stallhofen, 8345 Straden, 2512 Tribuswinkel, 9402 Wolfsberg (Quelle: BAWAG). Auf den Rest der 350 betroffenen Postämter werden wir sicher nicht lange warten müssen.

Fünfter Streich: Umstrukturierungen kosten Geld!

Dieses Unternehmen, als Betreiber dieser ehemaligen Gewerkschaftsbank (mit seinerzeit kostenlosen Girokonten für ArbeitnehmerInnen), hat selbstredend auch hier seine charakteristische Antwort bereit: „Was gratis ist, ist nichts wert!“ ...Damit wurden die Geschäftsbedingungen den anderen Banken angeglichen und obendrein noch gewinnträchtig optimiert:

Jegliche Banktätigkeit, ob Kontoführung (€ 34,-) oder jede händisch bearbeitete Buchung (€ 1,-) oder auch jeder Kontoauszug (€ 0,48 / Seite) und, und, und… wird somit in Rechnung gestellt. (Jährliche Kontokosten von über € 100 sind nunmehr nichts Außergewöhnliches.)

Den unbedingten Sonderapplaus (inklusive "standing ovation") verdient allerdings der sechste Streich: Wer jetzt aus irgendwelchen Gründen notgedrungen S E I N Geld beim Bankschalter persönlich beheben muss, bekommt dafür von der PSK/BAWAG noch eine zusätzliche Zahlung von € 0,52 pro Abhebung auferlegt.

(Es wird nicht lange dauern, dass man auch noch für das Beheben des eigenen Geldes von (kassenfremden) Bankomaten, wie es schon mittlerweile bei der „grünen Mafia"-Raiffeisen eingeführt wurde, zur Kasse bittet).

Siebenter Streich: Laut eines internen Briefes will die BAWAG/PSK mit dem Projekt „Bolero“ in den nächsten drei Jahren (trotz der aus dem 2. Streich hervorgehenden 350 „neuen“ Arbeitsplätze) den Beschäftigungsstand um 500 Arbeitsplätze reduzieren.

Die Moral aus der Geschicht´: Ständig wurde uns eingeredet, „Privatiserung sei notwendig, weil der Staat schlechter wirtschaftet, als die Privaten es können!“.

Der neue Eigentümer der PSK - und der BAWAG - demonstriert jetzt eindrucksvoll wie dieses „bessere private Wirtschaften“ im Grunde aussieht. Unser Geld (die „Gewinne“) landet dort, wo wir es eigentlich nicht haben wollten - in den Hälsen von „Finanz- und Spekulations-Höllenhunden“...

Und der BAWAGs ehemaliger Eigentümer, die Gewerkschaft, empfiehlt uns diese Bank trotz alledem noch immer als Hausbank der ArbeitnehmerInnen...