Willkommen bei GLB - Gewerkschaftlicher Linksblock in ÖGB und AK

210 Milliarden Vermögen warten auf Besteuerung

News „Der Anstieg der Millionenvermögen im Jahre 2009 zeigt, dass – egal Konjunktur oder Krise – die Umverteilung nach oben fortgesetzt wird, er zeigt aber auch, wo der Finanzminister das Geld für die Budgetsanierung holen muss“ meint Karin Antlanger, Bundesvorsitzende der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB). Laut dem jetzt vorgelegten DACH-Report der Liechtensteiner Investmentgesellschaft Valluga stieg die Zahl der Euro-MillionärInnen in Österreich von 2008 auf 2009 von 62.100 auf 68.900 und deren Vermögen von 184,8 auf 210,0 Milliarden Euro. Bemerkenswert dabei ist, dass die österreichischen MillionärInnen mit einem durchschnittlichen Vermögen von 3,05 Millionen Euro deutlich reicher sind als jene in Deutschland (2,59) und der Schweiz (2,81).

Alleine die Top Ten der reichsten ÖsterreicherInnen besitzen ein Vermögen von 58,8 Milliarden Euro. Angeführt vom Porsche-Piech-Clan (28,6) folgen die Flick-Familie (5,7), Red-Bull-Eigentümer Mateschitz (4,1), Novomatic-Besitzer Graf (3,7), Erbprinz Liechtenstein (3,6), Ex-Billa-Besitzer Wlaschek (3,3), die Horten-Witwe (2,8), Spar-Eigentümer Drexel (2,6), der Swarovski-Clan (2,3) und Magna-Boss Stronach (2,1 Milliarden)

„Für die Mehrheit der Bevölkerung, die über Lohnsteuer, Mehrwertsteuer und andere Massensteuern für das Budget aufkommen muss, ist daher die Schonung der großen Vermögen geradezu eine Provokation“, meint Antlanger. Nach Abschaffung von Vermögenssteuer, Kapitalverkehrssteuer, Bankenabgabe und Erbschaftssteuer, Senkung der Körperschaftssteuer sowie Einführung steuerschonende Gruppenbesteuerung und Privatstiftungen durch Finanzminister von SPÖ, FPÖ und ÖVP ist Österreich im OECD-Vergleich seit Jahren Schlusslicht bei der Besteuerung von Profiten und Millionenvermögen.

„Würde Österreich die großen Vermögen zumindest nach dem EU-Durchschnitt besteuern gäbe es keine größeren Budgetprobleme“, so Antlanger. Eine nur einprozentige Besteuerung der Millionenvermögen würde 2,1 Milliarden Euro bringen und ganz gewiss keine Armen treffen. Die immer wieder ins Treffen geführten Argumente der Regierung, in Österreich gäbe es nicht genügend Reiche für eine Millionärssteuer wird durch den DACH-Report eindeutig widerlegt.

Der GLB lehnt daher den in den Schubladen der Regierung liegenden „Katalog der Grausamkeiten“ für Massenbelastungen zur Budgetsanierung im großen Stil, der nach den Wahlen im Herbst auf den Tisch kommen soll, entschieden ab: „Für die Krise und ihre Folgen sollen jene zahlen, die jahrelang an den Spekulationen am Finanzmarkt millionenschwer profitiert haben“, so Antlanger abschließend.