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Schaller im Standort-Sumpf

OÖ Hans-Karl Schaller, seines Zeichens Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der voestalpine und oö AK-Vizepräsident, hat sich offensichtlich von „seinem“ Generaldirektor Wolfgang Eder über den Tisch ziehen lassen und sich für die Kampagne der Industriellenvereinigung „Stoppt die Steuerlawine!“ einspannen lassen.

Auf der Website dieser Kampagne und in Inseraten sieht gemeinsam mit Eder durch höhere Steuern den „Wirtschaftsstandort in Gefahr“. Mit höheren Steuern ist in erster Linie die Forderung nach einer Vermögenssteuer gemeint, die derzeit von AK, ÖGB und SPÖ kampagnisiert wird.
Dieser Handlangerdienst Schallers für das Kapital ist freilich in der Arbeiterkammer und in seiner FSG-Fraktion nicht gut angekommen. Kein Wunder daher, dass es ziemlich kräftig rumort, zumal die Beliebtheit des Multifunktionärs Schaller auch in den eigenen sozialdemokratischen Reihen eher begrenzt ist.

So musste er nach Bekanntwerden seiner Hilfsdienste für die Industrie schon am 29. September 2010 mit einem „Offenen Brief“ Genugtuung leisten und erklärte, dass er getäuscht worden sei und er „nachdrücklich die Einführung einer Vermögenssteuer“ wie von der laufenden Kampagne der SPÖ gefordert unterstützt. Und er kündigte an, dass sein Foto ab sofort nicht mehr für Inserate und ähnliche Werbemittel zur Verfügung stehen würde.

Tags darauf wurde Schaller freilich am 30. September von Alois Grill, Geschäftsführer der YOUNITED Werbeagentur, welche die Industriellen-Kampagne managt, in einer Aussendung belehrt, dass „alle abgebildeten Personen natürlich voll über die Plakatsujets informiert“ waren und die „überraschende Willensänderung“ Schallers zur Kenntnis genommen werde.

Doch der Verdruss nimmt kein Ende: Am 4. Oktober wurde neuerlich eine Inseratenserie der Kampagne in der „Presse“, „heute“ und anderen Zeitungen geschaltet, wie wiederum Schaller und Eder Hand in Hand eine Tafel mit dem Slogan „Stoppt die Steuerlawine“ präsentieren.

Entweder Schaller hält seine KollegInnen, die AK-Mitglieder und seine SPÖ-Parteifreunde am Schmäh oder seine Forderung ihn nicht mehr zu konterfeien wurde von den Verantwortlichen der Kampagne schlichtweg ignoriert. Egal wie, der Standort-Sumpf in den er sich begeben hat, lässt ihn offensichtlich nicht mehr los. Womit einmal mehr bewiesen ist, dass sich GewerkschafterInnen und BelegschaftsvertreterInnen nicht auf die verlogene Standort-Kampagne der Unternehmerseite einlassen sollen.