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Süßer die Kassen nie klingen...

Tirol ...Lug, Trug und (Profit)gier als eine wahrlich weihnachtliche Mär

Es war einmal in den 80iger Jahren im weihnachtlichen Salzburg: Da hatte ein Filialkonzernbesitzer, hartlauerischer Prägung , LÖWENhafte Angst am 8. Dezember einen Teil seines Profits an Deutschland zu verlieren. „Ach Gott, so 'was Unmoralisches kann man doch nicht zulassen!“ - Er pfiff daher auf Gesetz, Menschlichkeit und Religion... und lies seine Geschäfte deswegen ganz einfach geöffnet... und seine Angestellten ganz einfach „buggeln“ ... und (denn ?!) der damalige Landesfürst Haslauer deckte diesen Gesetzesbruch. „Selbstverständlich anders“ sah dies damals die Gewerkschaft : Sie erhob natürlich ihren standesgemäßen Einspruch und versprach den betroffenen Handelsangestellten dazu die nötige Unterstützung. So organisierte man natürlich (wie's sich gehört) ebenfalls eine groß angekündigte Gegendemo in Salzburg. Nur... im letzten Moment bekam man plötzlich (es war ja Winter)... kalte Füße. Und damit ihre Mitglieder nicht ebenfalls an den (richtigen) Füßen froren, blies man die versprochenen Protestmaßnahmen wieder ab und öffnete somit (Anm.: mittlerweile in gewohnter Manier) eine Tür für den Fall dieses Feiertages...

Die Geschäftsbranche - natürlich nicht untätig - nahm diese Einladung ohne viele Skrupel und freudestrahlend an, und erfeilschte ( m i t der GPA) eine kollektivvertragliche Festlegung dieser Feiertagsarbeit am 8. Dezember. (Anmerkung: Die übliche Kompromissbereitschaft und zur Schau gestellte Großzügigkeit durfte dabei natürlich auch nicht fehlen: Der Kollektivvertrag wurde so gestaltet, dass die Geschäfte „erst“ ab 10 Uhr geöffnet werden dürfen .... damit Verkäuferin und Verkäufer vorher (ohne Gewissensbisse?) die Messe besuchen dürfen (?) - und die Amtskirche seitdem ihr friedliches Dasein fortsetzen konnte...

Das war vor einem Viertel-Jahrhundert!- Und seitdem hat das Klingeln der Kassen das Glockengeläut an diesem Tag wohl erübrigt ...

Aber, ja da gibt’s nun doch einen „leuchtenden Stern im Advent“ der den Beschäftigten ihre wohlverdiente Ruhe schenkt: unsere, ach so respektvolle und angestellten-freundliche BILLA-AG. Als Durchbruch gegen die Feiertagsöffnung lies sie sich vor drei Jahren feiern und bestaunen!

Heute stellt sich allerdings das Ganze leider nur mehr als relativ billiger PR-Gag des REWE-Managements heraus: Die BILLA-Filialen sind fast ausschließlich im Lebensmittelsektor aktiv, und sind somit der am wenigsten von der Feiertagsöffnung profitierende Betriebszweig des REWE-Konzerns in Österreich. MERKUR, beispielsweise, öffnet am 8. Dezember routinemäßig seine Pforten! Mit dem propagierten Nichtöffnen der BILLA-Filialen ist es REWE somit gelungen, medienwirksam und ohne großen finanziellen Aufwand diesen Feiertag für sich als Eigenwerbung zu nutzen...

Und die (unsere?) Gewerkschaft ? - Wie gesagt der Geschäftsbetrieb am 8. Dezember wird schon jahrelang beinahe als gottgegebenes Naturgesetz hingenommen. In den 20 Jahren seit der Feiertagsöffnung kann ich mich an keine einzige ÖGB- oder GPA-Initiative erinnern, die sich auch nur ansatzweise gegen die 8.-Dezember-Feiertags-Öffnungszeiten gerichtet hätten. Einzig auf den Kollektivvertrag wird verwiesen, in dem sichergestellt sei, dass die Beschäftigten an diesem Tag nur „freiwillig“ arbeiten dürfen (müssen) und eine Kündigung aus Gründen einer „Arbeitsverweigerung“, rechtlich, gesehen ein „verpöntes“ Motiv darstellen würde.

(Nur, so recht daran glauben will wohl niemand mehr: „In der Realität wird dies leider nicht eingehalten, und mit unterschwelligem Druck auf die Belegschaft die Arbeitsverfügung erzwungen“, jammert beispielsweise Tirols oberster Handelsgewerkschafter.)