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Hundstorfers Geniestreich

Meinung Von Josef Stingl, GLB-Bundesvorsitzender

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) will künftig die Ausbildungsgarantie für Jugendliche in eine Ausbildungspflicht umwandeln, wenn notwendig auch mit einer Strafsanktion wie der Streichung der Familienbeihilfe. Wenig verwunderlich: Er erntet größten Applaus von seinem Sozialpartner Leitl. Sind es doch die Unternehmen, die nicht bereit sind genügend Ausbildungsplätze anzubieten, dafür aber ständig nach billigen, von Arbeitsbewilligung, Rotweißrot-Card, etc. abhängigen FacharbeiterInnen gieren.
Tragisch ist aber, dass viele Jugend- und ArbeitnehmerInnenvertreterInnen auf den Hundstorfer-Schmäh hereinfallen. Seine Ausbildungsgarantie hat sich als Schuss ins Ofenrohr herausgestellt, in den meisten Branchen gibt es nach wie vor weitaus mehr Lehrstellensuchende als freie Lehrstellen. Da helfen auch nicht die (McJobs-)Schmalspurlehren, noch die Transitausbildungsstätten diverser oft dubioser Vereine und Projekte.

Mit seinem neuesten Geniestreich lässt Hundstorfer allen ausrichten, dass er der Meinung ist, dass viele mit 15 ohnehin noch nicht wirklich wissen, was ihr eigentliches Karriereziel ist. Dafür kann die Gesellschaft nichts, und daher haben die Jugendlichen auch kein Recht der Gesellschaft auf der Tasche zu liegen! Hundstorfers setzt daher auf ordentliche Beschäftigungs-, pardon Ausbildungspolitik: Das faule Jugendpack ist sinnvoll mit der Ausbildung irgendeinen Berufs jenen den die Wirtschaft gerade frei hat (Anm: dzt. KöchIn, KellnerIn,...) zu beschäftigen.

Und jenen, die sich der Zwangsausbildungsverpflichtung verweigern, wird den Eltern die Familienbeihilfe gestrichen. So haben sie aus dem herrschenden ökonomischen Rahmenbedingungen heraus, auch den Druck ihrer Alten zu spüren und werden praxisnah an die herrschenden Alltag gewöhnt: Nicht arbeitswillig Streichung der Arbeitslosen, Streichung der bedarfsorientierten Mindestsicherung,...

Die Lösung des gordischen Knotens, ein JA zur Ausbildungsverpflichtung, aber einer für die UnternehmerInnen mittels einer verpflichtenden Ausbildungsquote! Wer sich nicht daran hält muss zu Gunsten überbetrieblicher Lehrwerkstätten einen progressiv gestalteten Beitrag in einen Ausbildungsfond einzahlen. So könnte die Ausbildungsgarantie für die Jugendlichen sinnvoll belebt werden.