Von Lilian Stadler

Nein, das ist kein Beitrag zur Bundesheerdebatte. Die EU hat das Jahr 2011 zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerbeteiligung ausgerufen.

Im österreichischen Arbeitsprogramm, das zu diesem Zwecke vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales herausgegeben wurde, liest sich das so:
„Das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit soll dazu beitragen, freiwilliges Engagement als eine der wesentlichen Dimensionen der aktiven Bürgerbeteiligung und der Demokratie ins Bewusstsein zu rücken, weil sie europäische Werte wie Solidarität und Nichtdiskriminierung in die Tat umsetzt und damit einen Beitrag zur harmonischen Entwicklung europäischer Gesellschaften leistet.“

Das klingt zu schön um wahr zu sein. Echte Bürgerbeteiligung hieße doch auch Mitsprache und Mitbestimmung – dies dürfte aber weniger gemeint sein. So kommt der leise Verdacht auf, dass die Belobigung der ehrenamtlich Tätigen dem Staat in Wirklichkeit sehr viel Geld erspart. Würden nicht karitative Einrichtungen und soziale Vereine gesellschaftlich notwendige Arbeiten übernehmen, sähe unser Sozialstaat sehr arm aus. Dass diese Organisationen dann Jahr für Jahr um Subventionen betteln müssen, ist die andere Seite der Medaille.

An dieser Stelle wollen wir unseren vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre ehrenamtliche Tätigkeit Dank sagen, ohne ihr Engagement könnten auch wir viele Aktivitäten unseres Verbandes nicht bewältigen.

Lilian Stadler ist GLB-Aktivistin in Wien und vertritt den Zentralverband der PensionistInnen im Seniorenrat