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Gedanken zur oö Spitalsreform

OÖ Demokratiepolitisch ist die Sache klar: Alle vier Parteien im oberösterreichischen Landtag haben zugestimmt. Die meisten Spitäler und Bewohner in den Bezirken sehen das natürlich anders. Die Gespag ist eine Aktiengesellschaft. Und Aktionäre wollen Gewinne sehen und zwar so hoch als irgendwie möglich. Also muss gespart werden. Einige Beispiele gefällig? Klinikum Wels: Augen von 35 Betten auf 25, HNO von 4o Betten auf 30, Uro von 40 Betten auf 30. Bettenstand jetzt 1.360 danach 1.227 Die Neurochirurgie soll gänzlich geschlossen werden und wird ins Wagner Jauregg KH verlegt.

Krankenhaus der barmherzigen Schwestern Ried im Innkreis: Kinder von 30 Betten auf 20, Unfall von 37 Betten auf 30, Uro von 29 Betten auf 21. Bettenstand jetzt: 446 danach 425. Krankenhaus Braunau: Unfall von 67 Betten auf 60, Augen von zwölf Betten auf sechs, Kinder von 30 Betten auf 20, HNO von zehn Betten auf fünf, Uro von zehn Betten auf fünf.

Eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Ried wird im Bereich Uro gefordert, wo doch auch in Ried die Uro-Betten von 29 auf 21 verringert werden. Wie soll da Zusammenarbeit funktionieren?

Krankenhaus Schärding: Unfall von 44 Betten auf zehn, Schließung der Kinderabteilung. Wie soll die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Braunau funktionieren wenn in Braunau die Betten für Kinder von 30 auf 20 minimiert werden und im Krankenhaus Ried auch von 30 auf 20 Betten? Auch im Klinikum Wels sollen die Betten für Kinder von 75 auf 48 reduziert werden. Wie sollen diese Häuser im Bereich Kinder fruchtbar zusammenarbeiten wo bei allen die Betten fehlen?

Man hat immer vom „Modell Oberösterreich“ gehört und die Gebietskrankenkasse für ihre Wirtschaftlichkeit gelobt. Das Modell erfasst aber auch die Spitäler. Dort steigt, ebenfalls seit Jahren, die Anzahl der Fälle und hat heute mit 29 Spitalsaufnahmen pro hundert Einwohnern und Jahr den höchsten Pro-Kopf-Wert österreichweit erreicht. Das sich das finanziell ausgegangen ist, liegt unter anderem daran, das ca. 50 Prozent der Patienten in Ordensspitälern versorgt wurden und diese 17 bis 25 Prozent effizienter sind als öffentliche.

Hätten Ordensspitäler die gleiche Effizienz wie öffentliche, wäre das um mindestens 160 Millionen Euro pro Jahr teurer. Geld das vom Land bezahlt werden müsste, aber eben nicht muss. Es gab also wenig Anreize, aktiv einzugreifen oder gar das Modell zu ändern.

Die OÖGKK hat zwar angekündigt, dass sie darauf achten will, dass ihre Ärzte „mehr“ behandeln und die Spitalszuweisungen reduzieren. Aber gibt es Initiativen? Passiert da was? Passiert nichts, wird es unmöglich sein, all die Prozesse, die zu Spitalsaufnahmen führen, so zu beeinflussen, dass die Spitäler mit den Bettenkürzungen umgehen können. Die Folge wird Chaos sein und alle Gegner der Reform bestätigen.

Verfasser der Redaktion bekannt.