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Hilfe für Postgewerkschafter in Not

GPF Helmut Köstinger, sozialdemokratischer Vorsitzender der Postgewerkschaft aus der Steiermark, nimmt offenbar Anleihen vom ehemaligen steirischen KP-Landtagsabgeordneten Ernest Kaltenegger bzw. den öffentlichen Mandataren der KPÖ-Steiermark. Er ist bereit, mit seiner Gehaltsaufbesserung 2011 einen persönlichen Beitrag für den von ihm eigens ins Leben gerufenen Fonds „Für Postler/innen in Not“ zu leisten. Beworben wird dieser Zusatz mit „Wir helfen“ und erinnert an das Motto des GLB-Post „Helfen statt reden“. Letzteres tut Köstinger aber gerne, vor allem wenn es darum geht, den Kleinkrieg mit allen zu führen, die nicht der FSG angehören.

Schon länger gibt es eine Initiative der FCG „Kollegen helfen Kollegen“, von da stammt möglicherweise auch Köstingers Idee für den von ihm eigens eingerichteten Fonds „Postler/innen in Not“. Warum PostlerInnen in Not geraten, schreibt er auch – allerdings in einem „Offenen Brief“, in dem er aus dem FCG-Vorsitzenden in der Postgewerkschaft, Manfred Wiedner, den Sündenbock macht und unter anderem schreibt: „Damit können sich alle MitarbeiterInnen der Post AG bei dir für die Postämterschließungen, den rasanten Personalabbau, den großen Arbeitsdruck usw. bedanken. Danke für diesen Verrat !“

So schwer als Sündenbock bepackt würde Köstinger seinen Postgewerkschaftskollegen Wiedner wohl am liebsten in die Wüste schicken, was ihm vermutlich so nicht gelingen wird. Offensichtlich hat Köstinger vergessen, dass sein Vorgänger als GPF-Vorsitzender, Gerhard Fritz, noch vor kurzem das Poststrukturgesetz in Brüssel als „best practice Beispiel für die EU“ bezeichnet und SP-GewerkschafterInnen im Parlament diesem Gesetz zugestimmt haben.

Die FCG hat damals ein Volksbegehren gestartet, das auch vom GLB unterstützt wurde – mit dem Ziel, die Postämterschließungen und letztlich das Poststrukturgesetz noch zu verhindern. Dieses ist eine der Ursachen für die Schließung von Postämtern, mit der Regelung der „Postpartner“ gibt´s nun den Brief nicht mehr am Postamt sondern zum Beispiel im Tiefkühlmarkt. Wie ernst gemeint war denn der Widerstand der FSG-Post gegen Ausgliederung und Börsegang und damit gegen den Ausverkauf der Post im öffentlichen Eigentum?

Es war und ist der Gewerkschaftliche Linksblock, der sich immer – und auch heute – für die Rückführung der Post in öffentliches Eigentum und ihren verfassungsmäßigen Schutz ausspricht. Nicht zuletzt auch mit AK-Rat Robert Hobek in der Wiener Arbeiterkammer.

Über die Art der Auseinandersetzung innerhalb der Postgewerkschaft, wie sie nun von Köstinger mit dem „offenen Brief“ an Wiedner betrieben wird, muss sich das Postmanagement kaputt lachen. Es handelt ja auch – weiter werden laufend Postämter geschlossen, wird Personal abgebaut – wir haben noch nicht gesehen, wie Köstinger „um jedes Postamt kämpft“, wie er Ende 2010 verlauten ließ.

Der Gewerkschaftliche Linksblock empfiehlt, sich statt Hahnenkämpfen wieder den Interessen der Beschäftigten zu widmen. Da gibt es wahrlich genug zu tun.

Kollegen Köstinger, der offensichtlich noch vor Ausbruch der spätsommerlichen Hitze unter der nicht vorhandenen gelitten und manches vergessen hat, wünschen wir einen erholsamen Kuraufenthalt, der ihn hoffentlich zur Besinnung bringt, welche Interessen er als Vorsitzender der Postgewerkschaft zu vertreten hat. Wenn er dafür Anregungen braucht oder entsprechende Initiativen setzt, helfen wir ihm als GLB gerne weiter.