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Produktivitätsgewinne bleiben wieder in den Taschen der UnternehmerInnen!

News Unzufrieden mit dem Lohnabschluss der Metallindustrie ist der Bundesvorsitzende des Gewerkschaftlichen Linksblock im ÖGB (GLB), denn es wäre mehr möglich und vor allen Dingen notwendig gewesen. „Die durchschnittlich 4,2 Prozent-Erhöhung bedeutet bei einer 3,6prozentigen Inflationsrate netto nur die Inflationsabgeltung. Die beträchtlichen Gewinne aus der enorm gestiegenen Produktivität fließen wieder einmal zu hundert Prozent in die Taschen der UnternehmerInnen“, so Stingl.

Selbst IHS-Wirtschaftsforscher Ulrich Schuh meinte noch am Wochenende, dass für ihm die Gewerkschaftsforderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn „nachvollziehbar“ ist, da Lohnverhandlungen in Österreich immer rückwärtsgewandt angelegt sind und die Lage der Metallindustrie heuer prächtig war.

„Etwas positiver“ bewertet der Linksgewerkschafter die Umstände, dass für die unteren EinkommensbezieherInnen ein höherer Abschluss erzielt wurde und dass die Anrechnungszeiten der Elternkarenz ausgedehnt wurden.

Insgesamt stehen aber GPA-djp und PRO GE mit diesem doch eher mageren Verhandlungsergebnis vor einem gravierenderen Problem: Haben sie doch noch vor wenigen Tagen über 100.000 der 165.000 MetallarbeiterInnen und -angestellten (durchaus berechtigt) für „plus 5,5 Prozent“ streiken lassen und jetzt liegt das ausverhandelte Ergebnis um mehr als ein Fünftel unter diesem Wert.

„Jetzt zur Tagesordnung überzugehen und das Ergebnis ohne Zustimmung der zum Arbeitskampf bereiten KollegInnen zur Kenntnis zu nehmen, wäre für mich ein gewerkschafts- und demokratiepolitisch unwürdiges Spiel - eine neuerliche Vertrauenskrise zwischen Gewerkschaft und Mitgliedern zu befürchten. Daher eine sofortige Urabstimmung über den vorliegenden Metaller-Lohnabschluss!“ fordert abschließend Josef Stingl.