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Grün im Gesicht

OÖ Von Karin Antlanger

Wenn jemand grün im Gesicht ist, so ist dies eine Metapher dafür, dass jemand krank aussieht, ihm oder ihr schlecht ist, jemand unter Schock steht, weil er oder sie soeben mit einer fruchtbaren Begebenheit konfrontiert war. Schlicht: etwas unglaublich Grausliches hat sich ereignet und man ist dessen angesichtig geworden, wodurch die Grünfärbung entsteht, die in Wahrheit eine besonders starke Blässe ist, weil ja das Blut aus dem Kopf flüchtet. Das Gesicht ist also nicht mehr rosig sondern so weiß, dass es grün erscheint.

Diesen Zustand bei so manchen Menschen hervorzurufen schaffen die oberösterreichischen Landtagsabgeordneten der Grünen immer wieder. Sei es, dass sie die berechtigten Anliegen der Beschäftigten der Sozialvereine pro mente und EXIT-sozial verraten haben und mit der ÖVP und der FPÖ für massive Kürzungen gestimmt haben oder nun den Landes-und Gemeindebediensteten an die Wäsche gehen – ebenfalls wieder in bewährter Union mit ÖVP und FPÖ.

In dieser unheiligen Allianz haben die Grünen im oö Landtag mit beschlossen, dass die Gehaltserhöhung der Landesbediensteten für 2012 um ein Prozent unter jener für das Personal des Bundes ausgehandelten liegen soll. Daran gekoppelt sind dann auch die Bezüge der Gemeindebediensteten in Oberösterreich, obwohl deren Verhandlungspartner nicht das Land, sondern Städte- und Gemeindebund sind. D.h., weniger Geld für das Krankenpflegepersonal der Gespag, für KindergärtnerInnen in den Gemeinden oder für Straßenarbeiter oder Angestellten in Kulturvereinen.

Lassen es sich die Gewerkschaften gefallen, dass ihnen Schwarz-Grün-Blau kraft Landtagsbeschluss die Sozialpartnerschaft aushebeln? Offensichtlich wird auf ausgehandelte Gehaltserhöhungen gepfiffen. Wenn Linke einen gesetzlichen Mindestlohn fordern, dann erfährt man von Seiten hoher Gewerkschaftsfunktionäre immer, dass dies die Gewerkschaften schwächen würde. Wenn der oö Landtag einen ausgehandelten Mindestlohn kürzt, dann wird nur ein wenig gegrumbelt.

Speziell die Grün-Abgeordnete Ulrike Schwarz tut sich in Wahlkampfzeiten gerne dadurch hervor, dass sie den Sozialvereinen ihr Verständnis entgegenbringt und ihnen ihre Unterstützung anbietet. Im Landtag selbst ist das dann immer vergessen, da hebt sie brav mit der ÖVP und FPÖ das Pratzerl. Schließlich darf sie ja auch ihren Landesrat Rudolf Anschober nicht enttäuschen, wenn sie bis zur Pension Abgeordnete bleiben will.

Da kann man dann schon grün werden im Gesicht, weil man gar nicht so viel kotzen kann, wie einem schlecht wird.

Karin Antlanger ist Sozialpädagogin und BRV von EXIT-sozial Linz