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Pech gehabt!

OÖ Thomas Erlach zum Thema Normkostenmodell

Unter SPÖ-Soziallandesrat Ackerl wurde das Normkostenmodell als klassisch neoliberales Steuerungsinstrument für Kürzungen im Sozialbereich eingeführt. Man wollte damit den Anschein erwecken, so genormte Kosten würden auf tatsächlichen Personalkosten beruhen, was leider nie der Fall war. Vielmehr wurde ein Durchschnitt errechnet, mit dem die Sozialorganisationen gefälligst auszukommen hatten.

Das Normkostenmodell diskriminiert langjährige MitarbeiterInnen. Die Beschäftigten wurden nämlich auf durchschnittlich nur 15 Berufsjahre normiert. Nach Ablauf dieser Frist ist man zunehmend unfinanzierbar. Der Druck auf ältere Beschäftigten steigt. Eine Karriere im Sozialbereich mit 35 oder 40 Berufsjahren ist so unmöglich geworden. Arbeitgeberwechsel sind für ältere Beschäftigte schwierig, da junge BerufseinsteigerInnen mit wenig Vordienstzeiten aufgrund des Kostendrucks bevorzugt werden. Ältere Beschäftigte bekommen das Gefühl eine Last für ihre Organisation zu sein und sehen außer Arbeitslosigkeit bis zur Pension keine Alternative.

Ein deprimierendes Bild, das durch eine „Evaluierung“ des Normkostenmodells in Stein gemeißelt werden soll. Das Ziel der „Evaluierung“ steht längst fest. Nämlich ein weiteres Absenken der Finanzierung und neue Angebote, die kostenneutral mit den bisherigen Personalkosten der Beschäftigten finanziert werden sollen. Wer älter wird hat Pech gehabt.

Der GLB fordert die Beendigung der Diskriminierung langjähriger Beschäftigter im Sozialbereich. Die Finanzierung muss längere Betriebszugehörigkeit berücksichtigen und 40 Berufsjahre ermöglichen. Langjährige MitarbeiterInnen bringen viel Wissen und Erfahrung ein und dürfen nicht als unnötige Kostenverursacher abgestempelt werden.

Thomas Erlach ist Praxeologe und Betriebsratsvorsitzender von EXIT-sozial Linz und AK-Rat des GLB in Oberösterreich