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Ein Armutszeugnis

Meinung Leo Furtlehner über die Post und ihr Personal

„Die Post bringt allen was“ lautet ein Werbespruch der Post AG. Was das teilstaatliche Unternehmen (Staatsanteil 52,85 Prozent) seinen Beschäftigten bringt ist freilich recht dürftig. Auf Werbeflyern wird Paket- und Briefzusteller_innen für eine 40-Stundenwoche ein KV-Monatsbruttogehalt von 1.479,62 Euro geboten – weniger als der von der Regierung avisierte Mindestlohn von 1.500 Euro brutto (1.199 Euro netto). Dazu wird halblustig mit Sprüchen wie „Sie sind gerne an der frischen Luft“ geworben, gleichzeitig werden aber umfassende Anforderungen verlangt. Ähnlich fragwürdig ist die Post-Werbung um 1.500 Ferialpraktikanten als Vertretungspersonal: Diesen wird ab 1.000 Euro brutto für Vollzeitarbeit (849 Euro netto) geboten – inklusive Überstundenpauschale.

Diese Personalpolitik beweist einmal mehr, wohin der 2006 mit Zustimmung der SPÖ erfolgte Börsegang geführt hat. Die Post ist ein Paradefall der Pervertierung öffentlichen Eigentums. Leidtragende sind die Beschäftigten durch Arbeitsplatzabbau, Lohndruck und Sozialabbau und die Öffentlichkeit durch die systematische Ausdünnung der Post-Infrastruktur. Nicht verwunderlich, dass die Post 2016 sogar Aufnahme im „Schwarzbuch Arbeitswelt“ der oö Arbeiterkammer fand.

Oberstes Gebot des Post-Managements ist eine maximale Bedienung der Aktionär_innen: So nahm die Post AG als ATX-Unternehmen im Geschäftsjahr 2016/17 mit der Auszahlung von 135 Mio. Euro Dividende von einem Gewinn von 153 Mio. Euro und damit einer Ausschüttungsquote von 88,5 Prozent einen Spitzenplatz ein. Auch rangiert Post-Boss Georg Pölzl mit einem Jahresbezug von 2,45 Mio. Euro auf Platz 8 der ATX-Unternehmen.

Leo Furtlehner ist verantwortlicher Redakteur der „Arbeit“