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Faktenbox Kollektivvertrag

Fakten Kollektivverträge (KV) werden zwischen Gewerkschaften und Fachverbänden der Wirtschaft oder sonstigen Vertretungen der Dienstgeberseite verhandelt und in der Regel für eine Dauer von 12 Monaten abgeschlossen. Die per Gesetz vorgegebenen Rahmenbedingungen werden durch KV (für eine Branche), Betriebsvereinbarungen (für alle Beschäftigten eines Unternehmens) und Arbeitsverträge (für einzelne Beschäftigte) konkretisiert.

KV haben eine soziale Schutzfunktion, weil eine Gewerkschaft als Interessenvertretung mehr Durchsetzungsvermögen hat als einzelne Beschäftigte.

Inhalte eines KV sind nicht nur Lohn- und Gehaltserhöhungen, sondern auch Zulagen, Zuschläge, Prämien, Reisegebühren, Taggelder etc., entgeltliche Freizeit (Hochzeit, Übersiedelung), Arbeitszeitgestaltung, Dienstkleidung, integrative Berufsausbildung, Arbeitsbedingungen, Entgeltschema oder Anrechnung von Karenz- und Vordienstzeiten.

Auch das 13. (Urlaubsgeld) und 14. (Weihnachtsgeld) Monatsentgelt sind nur durch einen KV abgesichert.

In Österreich unterliegen rund 98 Prozent der Beschäftigten einem KV, in Deutschland haben nur 50 Prozent einen Tarifvertrag.

KV-Verhandlungen wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst auf Betriebs- oder Lokalebene abgeschlossen, 1870 brachte das Koalitionsgesetz die Anerkennung von KV-Verhandlungen.

1919 wurden die Einigungsämter geschaffen, 1939 vom NS-Regime die KV außer Kraft gesetzt und Löhne staatlich dekretiert. 1947 wurde das Kollektivvertragsgesetz beschlossen und 1974 durch das Arbeitsverfassungsgesetz ergänzt.

Derzeit gibt es in Österreich 859 gültige Kollektivverträge, jährlich werden etwa 450 neu abgeschlossen.

KV-Infos gibt es auf http://www.kvsystem.at.