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Demnächst in (Nieder)Tracht

Meinung Von Karin Antlanger

Der SPÖ-dominierte ÖGB ist auch in Oberösterreich noch nicht wirklich aus der Schockstarre seit der NR-Wahl aufgewacht. Vielmehr versucht er sich nun direkt in unterwürfiger Anbiederung in die allerorts volksdümmlich „Unsere Heimat“-schreiende Volksseele einzuschleimen. Bei einer ÖGB-Protestkundgebung am 18. Oktober gegen die Regierungspläne um die Sozialversicherung vor dem Linzer Landhaus gab es eine Reihe von Reden über die negativen Auswirkungen. Zum Abschluss stimmten die Gewerkschaftsfunktionäre dann die oberösterreichische Landeshymne an.

Das vom Antisemiten und Frauenfeind Franz Stelzhamer getextete „Hoamatland“ ist die einzige Landeshymne im deutschsprachigen Raum, die im Dialekt verfasst ist. Noch dazu in einem Dialekt, den heute so niemand mehr spricht und den Menschen mit Deutsch als Zweitsprache kaum verstehen. Da kann man sich wieder mal schön abgrenzen gegen die Zuagroasten. Ein Text, der zudem totale Unterwürfigkeit verlangt („…wia a Kinderl sein Muada, wia a Hünderl sein Herrn.“)

Nicht wenige KundgebungsteilnehmerInnen verließen fluchtartig und kopfschüttelnd den Veranstaltungsort, nachdem klar geworden war, dass hier keine Persiflage auf das „Hoamatland“ vorgetragen wurde, sondern der Originaltext.

Wen wundert`s da noch, dass der ÖGB in OÖ weit weniger Menschen zu einer Kundgebung mobilisieren kann als die sog. Zivilgesellschaft bei der ersten Donnerstagsdemo in Linz. Was kommt als Nächstes? Gewerkschaftssekretäre in Seppelhosen? Andreas Gabalier bei Gewerkschaftskonferenzen? So wird das nix: Lasst das Heimatgedudle den Rechten und holt die Menschen besser mit Inhalten und fortschrittlichen Liedern wieder ins Boot!