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AK-Wahl Kärnten: Noch energischer und lauter

Kärnten Arbeiterkammerwahl in Kärnten vom 4.-13.3.2019

Mit dem 13-Punkte-Programm in der Hand und der Selbstsicherheit, bei jeder Frage den richtigen Standpunkt zu vertreten, habe ich das Podium zur Diskussion mit den Spitzenkandidaten der anderen Fraktionen betreten.
Kein leichtes Unterfangen, habe ich zunächst gedacht. Aber die Strategie der Etablierten war derart leicht mit Beispielen aus dem täglichen Leben zu durchbrechen! FSG, ÖAAB/FCG und FPÖ beharren auf ihren Positionen. Sie merken nicht, dass sie sich selbst widersprechen und sind weit, weit weg von der Realität der Arbeitswelt.

Zum Glück gibt es noch die Forderung der Grünen/UG nach Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche, auch mit einem Ansatz zur möglichen Finanzierung. Sie bewegt sich aber im Rahmen des Systems, dessen Daseinsberechtigung nur der GLB in Frage stellt.

Erstaunlich waren die unterschiedlichen Meinungen über die Rolle der Vollversammlung. Diejenigen, die jetzt schon Verantwortung innehaben, minimieren die Gestaltungsmöglichkeiten, während die Opposition noch den Mut zur Veränderung hat. Der amtierende Präsident beruft sich auf die tollen Leistungen der Kammer – 80 Prozent, das sind 56 von 70 Mandaten, und sie denken nicht daran andere ins Rennen zu schicken.

Wie in den Betrieben, wo die unternehmensnahen Betriebsräte nicht die Mitarbeiter in den Vordergrund stellen, versuchen die Kandidaten der Regierungsparteien die eigene Politik zu verteidigen, ohne Rücksicht auf die AK-Mitglieder, deren Interessen sie vertreten müssten.

Mindestlohn ist auch ein alleinstehendes Merkmal vom GLB. Ein echtes Versteckspiel hinter der nicht funktionierenden Sozialpartnerschaft, hier werden die armen Betriebe in Schutz genommen, die zum Überleben zu kämpfen verurteilt werden. Ähnlich der Papamonat – ein Misstrauen an die kleinen Unternehmen, die eine Ressourcenplanung nicht im Griff haben – für uns hingegen ein Eingriff in die Selbstbestimmung.

Völlig an meinem Verständnis vorbei geht die Arbeitsmoral ausgerechnet der Befürworter vom 12-Stunden Arbeitstag. Oder ist das der Grund, warum wir länger arbeiten müssen? Damit mal unauffällig etwas aus dem Betrieb mitgeht? Hat schon jemand gerechnet, wie teuer das kommt?

Wir GLB-Kandidaten, müssen uns in jeglicher Hinsicht für die ArbeitnehmerInnen einsetzen. Das Ziel muss es sein, ein gutes Leben durch kürzeres Arbeiten in besseren Arbeitsverhältnissen zu ermöglichen. Jetzt bin ich noch mehr motiviert, möglichst viele WählerInnen zur Urne zu mobilisieren. Denn unsere Vorhaben und die Argumente dazu sind sonnenklar. Wir müssen nur noch energischer und lauter werden. Wir werden eines Tages gehört und verstanden.

Cristina Tamas Cristina Tamas ist GLB-Betriebsrätin und Aufsichtsrätin im Austrian Institute of Technology