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Faktenbox Smart Meter

Fakten Bis 2020 sollen laut EU-Richtlinie in 80 Prozent der Haushalte die bisherigen Stromzähler durch Smart Meter ersetzt werden, die durch eine digitale Datenübertragung eine manuelle Zählerablesung erübrigen. Österreich will als EU-Musterknabe bis 2022 sogar 95 Prozent der Haushalte umstellen. Von rund sechs Millionen Zählpunkten waren 2018 aber erst eine Million bzw. 17 Prozent umgestellt worden.

Laut Intelligente Messgeräte-Einführungsverordnung (IME-VO) können Stromkunden beim Netzbetreiber Einspruch gegen Smart Meter erheben.

Ein Opt-Out bedeutet keine generelle Ablehnung, sondern nur, dass keine Monats-, Tages- und Viertelstundenwerte über den Stromverbrauch gespeichert und übertragen werden und Abschalt- und Leistungsbegrenzungsfunktion deaktiviert wird.

Netzbetreiber müssen ihre Kunden schriftlich über Termin und Bedingungen des Zählertausches informieren. Die Kosten für den Umtausch werden auf das laufende Entgelt überwälzt.

Nach Einbau eines Smart Meter können Kunden statt einer Jahresabrechnung eine monatliche Stromrechnung ähnlich wie bei Handys verlangen.

Laut Verordnung sollen Smart Meter eine bessere Kostenkontrolle ermöglichen. Die Stromfirmen wollen damit Verbrauchsspitzen besser ausgleichen und Speicherkapazitäten besser nutzen, sie locken die Kunden mit mehr Angeboten und Anbietern.

Smart Meter liefern aber einen Überblick über die Lebensgewohnheiten der Kunden, etwa wann Geräte genutzt oder Wohnungen durch Urlaub oder sonstige Abwesenheit überhaupt nicht genutzt werden.

Der zugesicherte Datenschutz ist skeptisch zu betrachten, Missbrauch durch Netzbetreiber, Stromfirmen oder Datenlecks sind nicht ausgeschlossen.

Quelle: Der Standard, 24.1.2019