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Eine endlose Geschichte?

Meinung Anita Kainz zum Thema Smart Meter

Zu Jahresbeginn 2019 waren 17 Prozent oder knapp über eine Million der Haushalte in Österreich mit den intelligenten Stromzählern (Smart Meter) ausgestattet. Bis 2020 sollte der Versorgungsgrad bei 80 Prozent liegen. Aber die meisten Netzbetreiber haben es mit der Umstellung plötzlich nicht mehr so eilig. Die einst überzogenen Erwartungen sind einer realistischen Einschätzung gewichen. Das Einsparungspotenzial bei den Haushalten ist überschaubar.

Wer profitiert?

Smart Meter sind für jene Haushalte interessant, die eine Photovoltaikanlage auf dem Dach haben oder ihr Elektroauto aufladen wollen. Für die meisten Haushalte in den Ballungsgebieten bringt der Smart Meter aber vor allem zusätzliche Kosten für das Gerät. In einer deutschen Studie rentieren sich Smart Meter erst ab einem Jahresstromverbrauch von 6.000 Kilowattstunden.

Der durchschnittliche Haushalt verbraucht aber jährlich nur etwa 3.500 Kilowattstunden. Profitieren werden von der Umstellung auf jeden Fall die Hersteller der Geräte und die Netzbetreiber. Die alten, analogen Stromzähler halten etwa 40 Jahre. Bei Smart Metern soll die Lebensdauer weniger als die Hälfte betragen.

Sicherheitsprobleme

Umstritten ist die Fernabschaltung. Smart Meter bieten die Möglichkeit, die Stromzufuhr der Haushalte aus der Zentrale des Netzbetreibers abzuschalten. Hacker könnten ganzen Städten den Strom abdrehen und für die Wiederherstellung der Versorgung die Überweisung einer höheren Summe Bitcoins verlangen.

„Wir bemühen uns um größtmögliche Sicherheit“ betont der Pressesprecher der EVN-Tochter Netz Niederösterreich. Smart Meter sollen mit einem eigenen Code ausgestattet werden, um unerwünschte Massenabschaltungen zu verhindern. Was für die KonsumentInnen bleibt ist nur Unsicherheit und Preiserhöhungen.

Anita Kainz ist Aktivistin des Zentralverbandes der Pensionist_innen in Wien