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Gedanken zum Weltspartag

Meinung … von Josef Stingl, Vorsitzender des GLB und Bundesvorstandsmitglied im ÖGB

Am 31. Oktober ist Halloween, aber auch der Weltspartag! Zweiteren gibt es seit 1924 und sollte zumindest einmal im Jahr das Thema Sparen ins Bewusstsein rücken. Nur, bei einer Inflationsrate um die 1,8 Prozent und Sparzinsen im Null- bis Promillebereich wird das „kleinen Sparer*innen Guthaben“ nicht mehr, sondern reduziert sich von Jahr zu Jahr. Und der Inflationsverlust wird noch durch Abzug der die Kapitalertragssteuer (ein Viertel des Zinsertrags) verschärft.

So gesehen erinnert der traditionelle Weltspartag immer mehr an den „neumodischen US-amerikanischen Gruseltag Halloween“. Denn die Zinsen für des Österreichs Bürger*innen Lieblingsanlageprodukt, dem Sparbuch, sind horrormäßig niedrig. Ähnlich gruselhaft ihre Gebühren. Nichts ist gratis, alles kostet: Geld einzahlen, ob auf fremdes oder eigenes Konto, kostet, Münzen zählen kostet, Überweisungen kosten, Überweisungen am Schalter kosten und das oft schon in Wucherhöhe.

Ein Beispiel: Mann oder Frau wechselt in die Pension. Die erste Pensionsauszahlung wird per Post über die Bawag/PSK angewiesen. Will oder muss man die erhaltene Pensionsleistung aufs eigene Nicht-Bawag/PSK-Girokonto transferieren, da dort Miete, Versicherungen etc. abgebucht werden, freuts die Bawag/PSK besonders. Sie kassiert ein Entgelt von Euro 7,90 für Fremdüberweisung und zusätzlich noch ein „beitragsabhängiges Entgelt für Einzahlungen“ von 0,1 Prozent. Neun Euro beispielsweise für eine 1.100 Euro Überweisung.

Würde BetroffeneR die gleiche Summe bei der Bawag/PSK auf ein Sparbuch „veranlagen“ braucht es nach aktuellem Zinssatz (lt. www.durchblicker.at derzeit bei 0,02 %) und Abzug der KEST über fünf Jahre um diese neun Euro als Zinsen am Sparbuch verbuchen zu können.

Ein Ausweichen auf eine andere Bank, um sich diese wucherartige Raubrittergebühr zu ersparen, ist leider sinnlos. Beim Erfinden bankeigener Entgelte sind alle äußerst kreativ.