Vor mehr als 30 Jahren hat die öffentliche Hand begonnen sozialstaatliche Angebote an private Trägerorganisationen auszulagern, um Kosten zu sparen. Die Idee der laufenden Kostenreduktion hat sich in letzten Jahren unter dem neoliberalen Dogma in der Gesundheits- und Sozialpolitik verselbständigt. Während von der öffentlichen Hand laufend weitere Einsparungsmöglichkeiten rechnerisch dargestellt werden, ist die Grenze des menschlich umsetzbaren dabei schon längst überschritten.

Immer mehr Beschäftigte kehren der Arbeit im Gesundheits- und Sozialbereich den Rücken. Immer weniger Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung in diesem Bereich. Eines ist klar, zu den derzeitigen Bedingungen wollen immer weniger Menschen arbeiten. Darum ist es wichtig, das Arbeiten im Gesundheits- und Sozialbereich wieder attraktiver zu machen. Dazu ist eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn und Personalausgleich unerlässlich.

Unsere Solidarität gehört den Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich, die im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden, bei vollem Lohn- und Personalausgleich fordern:
- Wir fordern die Arbeitgeber auf, sich von ihrem Rollenverständnis als Sozialkürzungsadministratoren zu lösen und sich aktiv für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen einzusetzen.
- Wir fordern die öffentliche Hand auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen, und die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, um angemessene Arbeits- und Einkommensbedingungen im Gesundheits- und Sozialbereich zu ermöglichen.

Die Landeskonferenz des GLB-Oberösterreich am 28.2.2020 begrüßt die Entschlossenheit der Beschäftigten von Sozialwirtschaft, Caritas und Diakonie und steht solidarisch hinter den stattfindenden Streiks und Aktionen. Wir unterstützen euch gerne, wo wir es nur können, und wünschen euch gutes Gelingen.

GLB-Landeskonferenz OÖ 28.2.2020