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Immer Antifaschistin

Aktionen Cornelia Stahls Projekt über Irma Schwager

„Ich werde meine Einstellung nicht ändern. Ich werde immer Antifaschistin bleiben, mit all meiner Kraft!“ Im Mai 2020 würde Irma Schwager ihren 100. Geburtstag feiern. Weggefährt*innen erinnerten sich an die Frauenrechtlerin und würdigten ihre politische Arbeit. Ulli Fuchs moderierte, Cornelia Stahl präsentiert hier Interviewausschnitte.

Ulli F.: Könnt ihr mal erklären, was die Sudy-Runde war?

Maria L.: Irma war Gründerin der Sudy-Runde. Mit Rena Winterstein, einer Widerstandskämpferin, ist sie freitags Fisch essen gegangen. (Beide waren Kämpferinnen in der Resistance).

Stahl: Welche Erinnerungen hast du an Irma Schwager, Bibi?

Bibi H: Ich bin im Rahmen von Rassismusfreien Zonen Leopoldstadt dazugekommen, die wir 2008 gegründet haben.

Irma, Gerald Grassl, Uschi Lichtenegger (Bezirksamt Leopoldstadt) und Ute Bock haben sofort mitgemacht. Beim Sudy gab es während der Rassismusfreien Zone-Woche einen Antirassistischen Stammtisch.

Stahl: Bärbel, welche Erinnerungen haben Sie an Irma Schwager?

Bärbel D.: Kennengelernt habe ich Irma 1974. Ich besuchte ihren Stammtisch in der Taborstraße. Die Stimme der Frau, Zeitschrift vom Bund Demokratischer Frauen Österreichs, hat damals eine Aspirantin gesucht.

Ich blieb, wurde später Chefredakteurin bis 1994. Irma fragte uns morgens: „Kinder, habt ihr auch nicht den Frieden vergessen?!“ Wir haben ganz andere Themen hineingebracht, natürlich auch den Frieden.

Stahl: Welche Themen waren das?

Bärbel D.: Na, das Selbstbestimmungsrecht der Frau, Abtreibung. Ich habe ein Frauen-Redaktionskollektiv gegründet, von denen heute noch zu lesen ist, zum Beispiel „Der Himmel ist blau, kann sein“, oder „Küchengespräche mit Rebellinnen“.

Stahl: Maria, welche Erfahrungen hast du gemacht mit Irma Schwager?

Maria L.: Profil hatte einen großen Nachruf auf sie herausgebracht: Heldenhafte Jüdin, Kommunistin, Kämpferin. Sie war auch Frauenrechtlerin. Für das Lokal Frauenhetz in der Weißgerberstraße, im 3.Wiener Gemeindebezirk, hat sich Irma eingesetzt, damit es barrierefrei wird.

Jetzt habe ich einen Brief von der Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger bekommen: „Maria, wir benennen einen Park in der Oberen Augartenstraße nach Irma Schwager. Wenn alles durchgeht, wird das im Mai 2020 sein, zu ihrem Geburtstag.“

Stahl: Gerald, wie ist es dir unter so vielen rebellischen Frauen ergangen?

Gerald G.: Ich wurde von meiner Lebensgefährtin verführt in den Club politisch interessierter Frauen, und das war eine feministische Gruppierung innerhalb des BDF, wo Männer gestattet waren.

Stahl: Die Stimme der Frau hat Irma Schwager eine Schwerpunktausgabe gewidmet, ist das richtig, Bärbel Danneberg?

Bärbel D.: Ja, richtig, das war zu ihrem 90. Geburtstag, 2010. Darin sind Texte von Irma Schwager erschienen und von Menschen, die mit Irma Schwager zu tun hatten.

Ulli F.: Derzeit wird eine Broschüre zu ihrem 100.Geburtstag erstellt und zu den Kritischen Literaturtagen präsentiert. Die Veranstaltung findet dann im Kosmos-Theater unter dem Titel „Irma 100- Erinnern nach vorn“ statt.

Stahl: Danke für eure Beiträge!

Personalien:

Bärbel Danneberg: ehem. Redakteurin „Stimme der Frau“; Bibi Haag: Rassismusfreie Zonen; Maria Lautischer: BDF; Gerald Grassl: Zeitschrift Tarantel; Ulli Fuchs: Präsidentin des Bundes Demokratischer Frauen Österreichs; Irma Schwager, 31.5.1920- 22.6.2015, österreichische Widerstandskämpferin, Politikerin.

Nachhören, unter: cba.fro.at/448780.

Die für Mai geplante Veranstaltung wurde verschoben und findet jetzt am 22. November 2020 um 11:00 Uhr im Kosmos-Theater statt.

Cornelia Stahl gestaltet das Literaturfenster Österreich auf Radio Orange 94.0