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GLB trauert um Helene Friesacher (1950–2020)

Steiermark Der GLB trauert um Helene Friesacher, die am 7. September 2020 den Kampf gegen ihre Krankheit verloren hat.

Helene Friesacher wurde 1950 in Knittelfeld in eine antifaschistische Familie geboren, aus der sie ihre Verlässlichkeit, ihre Hartnäckigkeit und ihren Gerechtigkeitssinn hat. 1968 wurde sie an der Karl-Franzens-Universität in der Studierendenbewegung aktiv. Und politisch aktiv zu sein, war für Helene immer konkret. Ihr jahrzehntelanger Einsatz für das von der Widerstandskämpferin und Architektin Margarete Schütte-Lihotzky geplante Mahnmal für die Opfer des Faschismus vor dem Knittelfelder Bahnhof ist ein Beispiel für den langen Atem, den sie bei ihrem Engagement bewies. Nachdem weder die ÖBB noch die Gemeinde Knittelfeld für den Erhalt sorgen wollten, pachtete sie mit ihrer Schwester Helga selbst das Grundstück und kümmerte sich darum.

Als langjährige Mitarbeiterin und Betriebsrätin der Caritas verband sie die Unterstützung geflüchteter Menschen mit dem Eintreten für die Rechte der Beschäftigten. Sie war eine beherzte Gewerkschafterin, im Gewerkschaftlichen Linksblock aktiv, seit 2010 zunächst Mitglied der Bundesleitung und ab 2017 bis zuletzt Mitglied der Kontrolle und nahm auch am letzten ÖGB-Bundeskongress teil. Mit Kritik, wenn sie nötig war, hielt sie nicht hinter dem Berg – auch nicht in der Gewerkschaft, im KZ-Verband oder der KPÖ.

Sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen, war Helenes Sache nicht, wenn es um Gerechtigkeit ging. Auch schwierige Menschen, bei denen viele nicht mehr anstreifen wollten und die sonst kein Netz mehr hatten, hat Helene nicht im Stich gelassen. Bis zuletzt kümmerte sie sich als Sachwalterin um sie.

Der KPÖ, welcher sie schon über Jahrzehnte verbunden war, ist sie im November 2014 auch beigetreten. Schon seit 2012 war sie als KPÖ-Bezirksrätin in Geidorf (Graz) aktiv und machte sich vor allem für die armen Menschen im Bezirk stark. Helene war auch immer zur Stelle, wenn bei einem Fest oder einer Unterschriftensammlung der KPÖ Not an der Frau war. Noch im Frühjahr half sie tatkräftig im Gemeinderatswahlkampf in ihrer alten Heimat Knittelfeld mit. Geliebt hat sie ihre Katze Mitzi, Schweden und ihre Schwester Helga, die dort lebt. Oft und gern reiste sie in den Norden und brachte immer Anekdoten mit, die sie verschmitzt lächelnd erzählte.

Helene Friesacher wird uns als eine unermüdliche Kämpferin für Gerechtigkeit und bekannt für ihre Fröhlichkeit und ihren Gerechtigkeitssinn in Erinnerung bleiben. Ihren beharrlichen Einsatz für all jene, die durch viele Netze gefallen sind, ihren Humor und ihre Fröhlichkeit werden wir nicht vergessen. Sie wird uns fehlen. Unsere Anteilnahme gilt ihrem Sohn und ihrer Schwester.

GLB-Bundesvorstand

PS: Die Verabschiedung von Helene Friesacher findet am Samstag, 19. September um 13 Uhr am Friedhof Knittelfeld (Freiheitsallee 57) statt.